LASZLO MOHOLY - NAGY

WERKSCHAU LASZLO MOHOLY-NAGY

Deutschland 1931; Regie: Laszlo Moholy-Nagy; 95 Min.
FSK 12

Filmreihe
Urbanität & Ästhetik [3]: Am Puls der Zeit

Industriemoderne - Avantgardismen – Maschinenkunst - Bauhaus



Kurator: Helmut Weihsmann (Wien)

Mittwoch, 28. Februar | 20.45 Uhr

Podiumsdiskussion: Industriemoderne ­ gestern und heute



Aus kritischer Sicht mag es überraschen, wie gründlich und radikal fast alle Thesen und Modelle der klassischen Moderne auf die emanzipatorischen Heilsversprechungen der Industrialisierung vertrauten. Sie erschien den Protagonisten und Wortführern zugleich als Symbol der Befreiung und als Instrument des Fortschritts. Bei unserer Debatte versuchen wir rückblickend auf drei Tage Film und Architektur einige der industriellen Utopien der modernen Kunst und der zeitgenössischen Architektur zu hinterfragen.


Es diskutieren:

Margit Zuckriegl (Kustodin für Photographie, Museum Moderner Kunst, Salzburg)

Dieter Marcello (Filmautor, Marbach am Neckar)

Volkmar Burgstaller (Architekt, Salzburg)

Dörte Kuhlmann (Institut für Architekturtheorie und Wissenschaften, TU Wien)

Moderation von Helmut Weihsmann (Kurator, Film- und Architekturpublizist, Wien).




Werkschau László Moholy-Nagy – ein Maschinenkünstler der Avantgarde


Erstmals in Österreich zu sehen und zu erleben, eine Zusammenstellung aller weltweit verfügbaren Kopien vom Bauhäusler Moholy-Nagy in einem einzigen Programm.


Ein Hauptvertreter des “absoluten“ Films war der gebürtige Ungar László Moholy-Nagy (1895-1946), dessen theoretische Schriften zur Filmkunst und seine langjährige Lehrtätigkeit am Bauhaus in Weimar und Dessau von entscheidender pädagogischer, kunstdidaktischer und historischer Bedeutung waren.


Anlässlich seiner Bedeutung als Film- und Photokünstler zeigen wir eine kleine Retrospektive seiner Filmwerke. Längst sind nicht alle Filme vom interdisziplinären Bauhaus-Künstler als Kopien verfügbar bzw. vorzeigbar, manche gar nur in vagem Konzeptionsstadium oder als Beschreibungen und Erinnerungen erhalten. Wir haben uns bemüht, alle heute noch verfügbaren Leihkopien für diesen Filmblock zusammenzutragen ­ erstmals hierzulande können wir sie nun in einer einzigen, komprimierten Vorstellung zeigen. Das autodidaktische Filmschaffen von Moholy-Nagy ist einerseits von relativ kurzer Dauer, andererseits von großer Intensität in der Auseinandersetzung mit der neuen Formensprache und ihrer neuen apparativen, technischen und experimentellen Möglichkeiten der Foto- und Kinematografie gekennzeichnet.


Sein Filmschaffen fällt in jene hochbrisante Zeitspanne des politischen Umbruches in Deutschland und seiner Flucht nach Holland bzw. seine Exiljahre in England bis zur Emigration nach Amerika, wo er in Chicago das “New Bauhaus“ gründete.



>lichtspiel schwarz-weiß-grau< (1931/32) 6 min. stumm. 16 mm.

In seinem Bauhaus-Buch “Malerei-Fotographie-Film³ hatte Moholy-Nagy
festgestellt, dass sich unsere Zeit hin zur Farblosigkeit und zum Grau
verschoben habe, “dem Grau der Großstädte, der schwarz-weißen Zeitungen, des
Foto- und Filmdienstes; dem Farben aufhebenden Tempo unseres heutigen Lebens.



marseille vieux port [Impressionen vom alten Hafen] (1932). 9 min. 16 mm.

Der Versuch ein realistisches Porträt des alten Hafenviertels von Marseille zu vermitteln, welches damals zu den verrufensten Vierteln der Stadt gehörte.. Stille Beobachtungen an den Quais, das schmutzige Hafenbecken, die engen, abschüssigen und verdreckten Strassen der Altstadt, die riesige Schwebefähre, die er mit Kamerafahrten und rasanten Schwenks dynamisiert. Aber auch die Menschen der Hafenstadt sind ihm wichtig.



berliner stilleben (1932) 9 min. stumm. 16 mm.

Sowohl eine anklagende Sozialreportage über die tristen Arbeitervierteln von Berlin, als auch eine formal avantgardistische Auseinandersetzung mit der filmischen Wahrnehmung im Kontext der Neuen Sachlichkeit, der die versteinerte Großstadt Berlin minutiös in kleinen, unprätentiösen “Stilleben“ festhält und auffächert.



großstadtzigeuner

Der Film lief zuletzt am 28.02.2007.

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