EIN FREUND VON MIR
Deutschland 2006; Regie: Sebastian Schipper; Drehbuch: Sebastian Schipper; Kamera: Oliver Bokelberg; Schauspieler: Daniel Brühl, Jürgen Vogel, Sabine Timoteo, Jan Ole Gerster, Peter Kurth, Michael Wittenborn, Oktay Inanc Özdemir; Produzent: Tom Tykwer; 84 Min., deutsche Originalfassung FSK 12
Unterschiedlicher könnten Karl und Hans nicht sein: Karl ist ein introvertierter, junger Mathematiker, der erfolgreich in einer Versicherung arbeitet, der Lebenskünstler Hans hält sich indessen mit Aushilfsjobs über Wasser. „Bist du glücklich?“, fragt Hans bei ihrer ersten Begegnung. Aber Karl weiß keine Antwort, bis Hans ihm zeigt, was glücklich macht: Eis, Mädchen, Kaffee, Flugzeuge, das klapprigste, aber schnellste „Rückwärtsfahrauto“ der Welt und nachts nackt in einem Porsche auf der Autobahn fahren. Und Freundschaft heißt für Hans, alles zu teilen, auch seine Freundin, die Stewardess Stelle, in die sich Karl kurzerhand verliebt. Handelte Sebastian Schippers Debütfilm ABSOLUTE GIGANTEN vom Abschied dreier Freunde von der Jugend, erzählt der Regisseur in seinem zweiten Kinofilm EIN FREUND VON MIR nun vom Beginn und Wachsen einer Männerfreundschaft. Mit Daniel Brühl und Jürgen Vogel treffen hierbei zwei der größten Stars des deutschen Kinos aufeinander. Die beiden brillieren als Duo mit witzigen Dialogen und glaubwürdigem Schauspiel. Inmitten der verhangenen Kulisse eines aus Betonpalästen und Autobahnen bestehenden Deutschlands scheinen die Beiden Komik, Übermut, Sympathie und Verliebtsein wie aus dem Stehgreif zu entwickeln. Die britische Band Gravenhurst sorgt währenddessen für einen melancholischen Soundtrack. „Dies ist ein Film“, schreibt die FAZ, „der aus nichts als der Lust besteht, zwei Schauspielern dabei zuzusehen, wie sie aufeinander treffen. Dem Regisseur und seinen beiden Helden gelingt es, Dialoge und Situationen zu erfinden, die immer frisch wirken und um jene Spur besser als das wirkliche Leben.“ Und PROGRAMMKINO.DE urteilt: „Ein kompaktes, perfekt geschnürtes Kinokleinod, das nur einen Makel hat – es dauert nur 84 Minuten.“
Der Film lief zuletzt am 20.03.2007.
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