BABEL

USA 2006; Regie: Alejandro Gonzales Iñárritu; Drehbuch: Guillermo Arriaga; Kamera: Rodrigo Prieto; Schauspieler: Brad Pitt, Cate Blanchett, Gael García Bernal, Koji Yakusho; Musik: Gustavo Santaolalla; 142 Min., OF eng, spa, jpn, ara, Sub: deu

Kurz


Ein Schuss in der Wüste von Marokko, von Jugendlichen gedankenlos abgefeuert, löst eine Kette von Ereignissen aus, die die Schicksale von Menschen in sehr unterschiedlichen sozialen Situationen auf drei Kontinenten miteinander verbindet: Alejandro G. Iñárritu gilt als Meister des Verwebens von parallelen Erzählsträngen, deren Zusammenhang erst nach und nach deutlich wird. BABEL ist eine moderne Parabel auf unsere Welt, in der es nach wie vor oft unmöglich ist, sich zu verstehen und zu verständigenden. In speziellen Situationen gibt es weder für „Schuld“ noch für „Unschuld“ Gerechtigkeit. Regisseur Iñárritu erhielt dafür 2006 den Regiepreis in Cannes.

Inhalt


Ein Schuss in der Wüste von Marokko ist das auslösende Moment einer ganzen Kette von Ereignissen, die vier Schicksale auf drei Kontinenten miteinander verbindet. Von zwei jungen Ziegenhirten gedankenlos abgefeuert, durchschlägt die Kugel das Fenster eines Reisebusses und verletzt die amerikanische Touristin Susan schwer. Weitab von jedweder ärztlichen Versorgung versucht ihr Mann Richard verzweifelt, das Leben seiner Frau zu retten. Währenddessen nimmt in San Diego die mexikanische Haushälterin des amerikanischen Ehepaars verbotenerweise deren beide Kinder zur in Mexiko stattfindenden Hochzeit ihres Sohnes mit und wird unfreiwillig in einen Konflikt an der Grenze zwischen den USA und Mexiko verwickelt. Zur selben Zeit versucht das taubstumme Mädchen Chieko in Tokio den Selbstmord ihrer Mutter zu verarbeiten und unternimmt verzweifelte Versuche, sexuelle Kontakte herzustellen. Chiekos Vater gehörte das Gewehr, mit dem der folgenreiche Schuss abgefeuert wurde.
Wie bereits in AMORES PERROS und 21 GRAMS erzählt der in Los Angeles lebende mexikanische Regisseur Alejandro González Inárritu auch in seinem dritten Film BABEL von Zufallsbegegnungen und parallel stattfindenden Ereignissen. Und einmal mehr verwebt er – dem linearen Erzählen abhold – eine Mehrzahl von Geschichten und Erzählsträngen, die ihren Zusammenhang erst nach und nach preisgeben. BABEL, ein Film, der in vielen Sprachen spricht, Spanisch und Englisch, Japanisch, Gebärdensprache und in einem arabischen Dialekt, versteht sich gleichsam als moderne Parabel auf den biblischen Turmbau. Der Film will zeigen, dass die Welt seit der babylonischen Sprachverwirrung keinen zivilisatorischen Schritt hinsichtlich der Völkerverständigung weiter gekommen ist. ›Trotz des monumentalen Titels und seines ambitionierten Anliegens‹, schreibt ARTE, ›ist BABEL ein intimer Film geworden, der seine Aufmerksamkeit auf die Verletzlichkeit und Zerbrechlichkeit seiner Figuren richtet.‹ ›Brad Pitt‹, so DER SPIEGEL, ›liefert mit tiefen Runzeln und meliertem Haar eine seiner besten Rollen ab.‹ Beim diesjährigen Filmfestival in Cannes wurde BABEL mit dem Preis für die BESTE REGIE ausgezeichnet.

Der Film lief zuletzt am 30.06.2011.

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