SLUMMING

Österreich/Schweiz 2005; Regie: Michael Glawogger; Drehbuch: Michael Glawogger; Kamera: Martin Gschlacht; Schauspieler: Paulus Manker, August Diehl, Pia Hierzegger, Michael Ostrowski, Maria Bill, Martina Zinner, Brigitte Kern, Loretta Pflaum, Martina Poel, Andreas Keindl, Kathrin Resetarits; Produzent: Lotus Film, Dschoint Ventschr, coop99; Musik: Peter von Siebenthal, Daniel Jakob, Till Wyler, Walter W. Cikan; 100 Min., deutsche Originalfassung
Ohne Altersbeschränkung

Sebastian, Sohn reicher Eltern, und Langzeitstudent Alex verbringen ihre Abende damit, durch Lokale der untersten Kategorie zu ziehen. Sie nennen das "Slumming". Dabei schauen sie anderen Menschen beim Leben zu, kommentieren es, und manchmal greifen sie auch ein – mit kleinen, oft auch fragwürdigen Interventionen. Eines Tages finden die beiden den wehrlos auf der Straße liegenden Dichter und Säufer Franz Kallmann. Sie legen ihn in den Kofferraum ihres Autos und setzen ihn ohne Papiere jenseits der tschechischen Grenze aus. Dort wacht Kallmann nächsten Morgen auf und findet sich an einem Ort wieder, den er nicht kennt, mit fremden Menschen und einer fremden Sprache. Als Sebastians neue Freundin, die Lehrerin Pia, von der gemeinen Tat erfährt, beschließt sie, den bei eisiger Kälte in der tschechischen Wildnis umherirrenden Kallmann zu helfen.
Nach seinem erfolgreichen Dokumentarfilm WORKINGMAN’S DEATH präsentiert der österreichische Regisseur Michael Glawogger mit SLUMMING eine düstere Meditation über das Ausgesetztwerden. ›Als Kind‹, so Glawogger, ›wenn wir auf Urlaub waren – meist im ehemaligen Jugoslawien – habe ich oft gedacht, wenn ich eine Stadt, eine Straße zum ersten Mal gesehen habe: Was wäre, wenn du dort zur Schule gingst, welche Freunde hättest du dann, durch welche Straßen gingst du nach Hause, welche Mutter öffnete dir die Tür etc.; und dann schloss ich die Augen und wünschte mir ganz fest, das für einen Tag zu erleben.‹
›Um so einen Film zu machen‹, meint DIE ZEIT, ›muss man entweder verrückt oder Österreicher sein. SLUMMING ist eine wunderbare schwarze Komödie.‹ Und DIE WELT schreibt: ›SLUMMING ist eine Ballade über Einsame, die fast apokalyptisch düster anfängt und dann immer heiterer wird. Man erfährt nicht, warum sie alle so sind, aber man lernt sie mitsamt ihren Geheimnissen schätzen. Und man reist ganz gern mit ihnen eine Weile scheinbar ziellos umher.‹ SLUMMING wurde bei der DIAGONALE 2006 mit dem Thomas Pluch-Drehbuchpreis ausgezeichnet.

Der Film lief zuletzt am 21.12.2006.

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