ANGRY MONK

Schweiz 2006; Regie: Luc Schaedler; Drehbuch: Luc Schaedler; Kamera: Filip Zumbrunn; 97 Min., OF Englisch, Tibetisch mit UT in Deutsch
Ohne Altersbeschränkung

Kurz


Tibet, das Dach der Welt, Sitz erleuchteter Mönche – nur einer legt sich quer: Gendun Choephel heisst der streitbare Mönch, der sich 1934 vom klösterlichen Leben abwendet und in die Moderne aufbricht. Er ist ein Rebell, der die Gemüter der tibetischen Obrigkeit erhitzt. Ein reinkarnierter Lama, der auch die Frauen und den Alkohol liebt. Ein Freigeist, der seiner Zeit weit voraus ist und heute zu einem Hoffnungsträger für ein freies Tibet geworden ist.
Die cineastische Zeitreise nimmt die Lebensgeschichte dieses unorthodoxen Mönchs zum Anlass, um ein Bild von Tibet aufzudecken, das gängigen Klischees zuwiderläuft. Zahlreiche verblüffende und seltene historische Aufnahmen werden hier erstmals einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Elegant und überraschend verwebt der Film Damals und Heute: Archivbilder von prächtigen Karawanen und Klöstern wechseln sich ab mit Szenen von Discos und Bildern von mehrspurigen Schnellstrassen in Lhasa, wo Pilger sich niederwerfen, um ihr Heiligtum zu umrunden.

Inhalt


Erleuchtete Mönche, Buddha-Statuen, traditionelle Medizin und poetische Landschaften: So stellt sich der Westen gemeinhin Tibet vor. Der Schweizer Ethnologe und Filmemacher Luc Schaedler setzt diesem Klischee seinen Film ANGRY MONK entgegen. Der Dokumentarfilm nimmt die Lebensgeschichte eines unorthodoxen Mönchs zum Anlass, um ein alternatives Bild dieses Landes zu entwerfen. Gendun Choephel (1903 – 1951) heißt der streitbare Mönch, der sich 1934 vom klösterlichen Leben abwendet und in die Moderne aufbricht. Er ist ein Rebell, der die Gemüter der tibetischen Obrigkeit erhitzt. Er reist nach Indien, stürzt sich in das Nachtleben Kalkuttas. Die Religion dürfe die Triebe nicht unterdrücken, auch im Bordell könne die Seele rein bleiben, sagt er, und übersetzt das Kamasutra ins Tibetische.
Luc Schaedler begibt sich in ANGRY MONK auf die Spuren Choephels in Tibet und Indien. Er hat Weggefährten und Familie interviewt und dabei Impressionen des modernen Tibet gesammelt. Elegant verwebt der Film Vergangenheit und Gegenwart. Archivbilder von prächtigen Karawanen und Klöstern wechseln sich ab mit Szenen von Discos, mehrspurigen Straßen und kommerziell organisierten Pilgertourismus.
›Mit differenzierten Ausführungen‹, schreibt die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG, ›sucht ANGRY MONK eine längst fällige Diskussion jenseits der Klischeevorstellungen von Tibet.‹ ›Darüber hinaus‹, so PROGRAMMKINO.DE, ›liefert der Film das faszinierende Porträt eines ungewöhnlichen Mannes, der gleichzeitig nach seinen eigenen Regeln lebte und doch fest seinem Glauben verhaftet blieb.‹

Der Film lief zuletzt am 15.03.2009.

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