POPULÄRMUSIK AUS VITTULA

POPULÄRMUSIK FRAN VITTULA

Finnland/Schweden 2004; Regie: Reza Bagher; Drehbuch: Reza Bagher, Erik Norberg, nach dem gleichnamigen Roman von Mikael Niemi; Kamera: Robert Nordström; Schauspieler: Max Enderfors, Andreas Af Enehielm, Niklas Ulfvarson, Tommy Vallikari, Göran Forsmark, Jarmo Mäkinen, Björn Kjellman, Gustav Wiklund, Sten Ljunggren, Kati Outinen; Produzent: Joachim Stridsberg, Katinka Farago; Musik: Lars Daniel Terkelsen; 100 Min., schwed/finn/dt.OmU
Ohne Altersbeschränkung

In Vittula, einem Stadtteil von Pajala in der nördlichsten Ecke Schwedens, ist in den 60er Jahren das Leben so rau wie die Einwohner selbst. Trinkgelage, Saunawettbewerbe und Fingerhakeln stehen hoch im Ansehen. Wer hier seinen Mann nicht steht, für den gibt es nur ein verächtliches Schimpfwort: Knapsu, das Synonym für alles Unmännliche und Verweichlichte. In diesem Umfeld wachsen die beiden verschworenen Freunde Niila und Matti auf und träumen von der großen Welt, von Stockholm, Paris und China. Bis eines Tages eine Beatles-Single in ihr Leben platzt: „Rock’n’Roll Music“, ein Urknall, die mitreißende Verheißung der Freiheit. Musik ist jedoch geradezu der Inbegriff von knapsu, jedenfalls wenn sie in nüchternem Zustand gespielt wird. Aber Matti und Niila bleiben hartnäckig. Von Greger, dem neuen Musiklehrer aus Südschweden sowie Sympathisanten für modernen Rockmusik-Unterricht, bekommen sie Unterstützung. Und dann gründen die beiden Freunde, den Schmähungen und Prügeln der Väter zum Trotz, die erste Rock’n’Roll Band in Pajala.
POPULÄRMUSIK AUS VITTULA, die Verfilmung des gleichnamigen Kult-Jugendbuches von Mikael Niemi, ist eine Liebeserklärung an das verschrobene Niemandsland zwischen Schweden und Finnland. Der aus dem Iran stammende schwedische Regisseur Reza Bagher taucht die Geschichte in warme Sepiafarben und bevölkert seinen Kosmos mit skurrilen, aber liebenswerten Typen, die bisweilen an das Personal von Kaurismäki oder Kusturica-Filmen oder die Fernsehserie MICHEL AUS LÖNNEBERGA erinnern. Wiewohl eine Hommage an ein rebellisches Jahrzehnt, bleibt der Film stets auch ganz der Gegenwart verhaftet. „Ich sehe POPULÄRMUSIK AUS VITTULA nicht als nostalgischen Trip“, so Regisseur Reza Bagher. „Es geht in diesem Film um die Kollision von Kreativität mit gesellschaftlichen oder familiären Begrenzungen, Sexualität und Pubertät, Freundschaft und Verrat.“ „POPULÄRMUSIK AUS VITTULA“, schreibt EPD-FILM, „ist angenehme, nostalgische und mitunter turbulente Unterhaltung, die einen beschwingt aus dem Kino entlässt.“

Der Film lief zuletzt am 16.11.2006.

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