THE SCIENCE OF SLEEP

ANLEITUNG ZUM TRÄUMEN

Frankreich 2005; Regie: Michel Gondry; Drehbuch: Michel Gondry; Kamera: Jean-Louis Bompoint; Schauspieler: Gael Garcia Bernal, Charlotte Gainsbourg, Alain Chabat, Miou-Miou, Pierre Vaneck, Emma de Caunes; Produzent: Georges Bermann; Musik: Jean-Michel Bernard; 105 Min., franz.OmU
FSK 6

Stéphane ist schüchtern, gut aussehend und ein begnadeter Träumer. Er hat den Kopf voller neuer Ideen, als er von Mexiko nach Paris, der Stadt seiner Kindheit, zurückkehrt, wo angeblich ein toller Job in einer Agentur auf ihn wartet. Doch die Agentur entpuppt sich als Copy-Shop, wo seine Kreativität nicht im Geringsten gefragt ist. Die Bekanntschaft mit seiner attraktiven Nachbarin Stéphanie tröstet ihn über die Enttäuschung hinweg. Binnen kurzem verliebt er sich in die junge Frau, deren Einbildungskraft der seinen um nichts nachsteht. Deshalb öffnet er sich ihr auch rückhaltlos und lässt sie an seinen Plänen, Projekten und Fantasien teilhaben, indem er sie mit seiner überaus farbigen Innenwelt bekannt macht. Was bisher nur in seinen kühnsten Träumen stattfand, scheint plötzlich Wirklichkeit zu werden. Doch ausgerechnet als sich nach der Veröffentlichung eines Comic-Kalenders auch der berufliche Erfolg einstellt, fühlt er sich von Stéphanie plötzlich zurückgewiesen. Zwischen der Wirklichkeit und seinen Träumen hin und her gerissen, muss Stéphane erkennen, dass ihm beide Welten gleichermaßen entgleiten.
Regisseur Michel Gondry, der mit seinen Videos u.a. für Björk, Daft Punk und The White Stripes Clipgeschichte geschrieben hat und zuletzt für seinen Film ETERNAL SUNSHINE OF A SPOTLESS MIND/VERGISS MEIN NICHT mit einem Oscar ausgezeichnet wurde, ist ein Meister des Skurrilen und Surrealen. In THE SCIENCE OF SLEEP betreibt er den Schlaf nicht als Wissenschaft, sondern vielmehr als fröhlichen Gegenentwurf zur Wirklichkeit. Auf erfrischend unprätentiöse und geradezu kindliche Weise entwirft er Traumwelten von überbordender Fantasie. Da haben die Menschen mal riesige Hände, werden Fotos in Pfannen gebraten und rasiert ein wild gewordener Rasierer Haare dran statt ab. Hierfür greift der Regisseur weniger auf Computeranimationen, sondern vielmehr analoge Tricks zurück. Wie in tschechischen Animationsfilmen der 60er Jahre gestaltet er etwa mittels Zellophanstreifen, Wollknäuel und Wattebäuschen Wasser, Schnee und Wolken. "Michel Gondry"; schreibt die FAZ, "beweist in jeder Szene seine Originalität. THE SCIENCE OF SLEEP wirkt wie ein selbstvergessen spielendes Kind, dem man gerne zusieht, weil es das Staunen noch nicht verlernt hat."

Der Film lief zuletzt am 02.11.2006.

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