DER UMGEKEHRTE BLICK

VOLVER LA VISTA

Österreich 2004; Regie: Fridolin Schönwiese; Drehbuch: Fridolin Schönwiese; Kamera: Johannes Hammel, Rafael Ortega; Schauspieler: Ruth Deutsch de Lechuga, Aurora Nicolau de Niederl, Friedrich Koblizek, Verónica Márquez de Kloyber; Musik: Michael Palm, Antonio Fernandez Ros; 90 Min., span./dt. OmU
Ohne Altersbeschränkung

›Das sind nicht dieselben Äpfel‹, hört man die Stimme einer alten Frau. Sie spricht Spanisch. Dann wechselt sie ins Wienerische: ›Die sind säuerlicher in Wien. Und auch viel größer.‹ Eine Vielzahl ortsverpflanzter Frauen und Männer hat Fridolin Schönwiese für seinen Dokumentarfilm VOLVER LA VISTA / DER UMGEKEHRTE BLICK interviewt. Österreicher, die heute in Mexiko leben, aus beruflichen Gründen, weil sie der Liebe gefolgt sind oder auch, weil sie damals im Dritten Reich, ihr Land verlassen mussten. Und Mexikaner, die sich in Österreich als Gastwirte, Künstler oder Musiker eine neue Existenz aufgebaut haben. Schönwiese lässt sie in ihrer neuen Sprache über die alte Heimat erzählen, einen Ort, den viele schon jahrelang nicht mehr gesehen haben und der sich in der Erinnerung zu einem ganz selektiven Konglomerat von Bildern, Tönen, Eindrücken verdichtet hat.
VOLVER LA VISTA ist ein Langzeitprojekt, in dem fünf Jahre Arbeit stecken. Gedreht wurde mit zwei Kameramännern, dem Österreicher Johannes Hammel und dem Mexikaner Rafael Ortega, die ihren Blick auf das jeweils andere Land richteten. Die so entstandenen Aufnahmen kommunizieren auf ganz unerwartete Art, finden Österreich in Mexiko und umgekehrt, laufen sich zuwider oder ergänzen sich mit viel Humor, wenn etwa ein Zug über eine Hitze flirrende mexikanische Hochebene in einen Tunnel fährt, um in den winterlichen Alpen daraus wieder aufzutauchen.

Der Film lief zuletzt am 26.05.2006.

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