JUGOFILM

Österreich 1997; Regie: Goran Rebic; Drehbuch: Goran Rebic; Kamera: Jerzy Palacz; Schauspieler: Merab Ninidze (Sascha), Eva Mattes (Bilja), Ljubisa Samardzic (Bora), Tamara Simunovic (Suza), Ratka Krstulovic-Kusturica (Großmutter), Wolf Bachofner Onkel Mischa), Aleksandar Jovanovic (Marko), Loretta Pflaum (Nena), Salko Saric (Pero), Roswitha Soukop; Produzent: Erich Lackner; Musik: Andi Haller and the Lonesome Andi Haller Band; 88 Min., serbo-kroat.OmU
Ohne Altersbeschränkung

Der Wiener Autor und Regisseur Goran Rebic, der aus der Vojvodina stammt, liefert mit seinem ersten Spielfilm einen Beitrag zum Kriegswahnsinn in seiner Heimat. Ein Rückblick: Vojvodina 1960. Erinnerungen an eine fröhliche Kindheit im Nordosten Jugoslawiens. Wien 1991. Sascha, ein in Österreich lebender junge Serbe, soll die Großmutter aus Jugoslawien nach Wien bringen. Auf dieser Reise wird er aus dem Zug geholt und zwangsrekrutiert. Der Krieg verschont ihn, der ethnische Konflikt jedoch zeichnet ihn für sein Leben. Als Sascha schließlich mit seiner bosnischen Freundin nach Wien heimkehrt, offenbart sich das selbst zerstörerische Potential des politisch organisierten Nationalitätenwahns auch im kleinen, in der eigenen Familie.
Goran Rebic hat eine eindrucksvolle, stille Studie der jugoslawischen Gastarbeiterwirklichkeit geschaffen, die nie ins Plakative oder Laute abgleitet. Er umschifft Klischees und wirft Blicke in Familienstrukturen, die vollkommen nachvollziehbar ahnen lassen, wie Tragödien entstehen.

Der Film lief zuletzt am 28.04.2006.

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