ELLING DF

ELLING

Norwegen 2001; Regie: Peter Naess; Drehbuch: Axel Hellstenius; Kamera: Svein Krovel; Schauspieler: Per Christian Ellefsen, Sven Nordin, Per Christensen, Jorgen Langhelle; Produzent: Dag Alveberg; Musik: Lars Lillo-Stenberg; 88 Min.
Ohne Altersbeschränkung

Elling und Kjell Barne lernen sich in der Psychiatrie kennen. Elling ist hager und schmächtig und wird von neurotischen Ängsten geplagt. 40 Jahre lang verbrachte er unter der Obhut der dominanten Mutter. Nach ihrem Tod ist er ein hilfloses Nervenbündel. Kjell Barne, ein bullig- impulsiver Gemütsmensch mit traumatischen Kindheitserlebnissen, verfolgt hingegen mit stoischer Konsequenz vor allem zwei Ziele: Essen und - endlich Sex mit einer Frau. Nach zweijährigem Sanatoriumsaufenthalt wird den beiden schließlich ein Dreizimmer-Appartement in Oslo zugewiesen, wo sie unter Aufsicht eines Sozialarbeiters Eigenständigkeit lernen und in die Realität hineinfinden sollen. Das alltägliche Leben präsentiert sich für die beiden als große Herausforderung, zumal Telefonieren, Einkaufen und bereits das Verlassen der Wohnung bisweilen unüberwindliche Hindernisse darstellen. "Es gibt eben Menschen", so drückt es Elling einmal aus, "die wagen sich auf Skiern zum Südpol, andere hingegen brauchen all ihren Mut, um auf dem Weg zur Toilette ein vollbesetztes Restaurant zu durchqueren." Doch dann liegt am Weihnachtsabend eine Frau im Treppenhaus, und die beiden müssen alles geben, was sie können. Und mit einem Mal ist das ‚reale' Leben nicht mehr ein Hindernis, sondern ein gewaltiges Abenteuer . . .
Mit ELLING präsentiert der norwegische Theater- und Kinoregisseur Petter Naess gleichsam die skandinavische Variante von EINER FLOG ÜBER DAS KUCKUCKSNEST. Geschickt hält der Film die Balance zwischen Tragik und Komik, wird der Kinogeher ohne jede Aufdringlichkeit in ein Wechselbad aus Rührung und Lachen getaucht. In keinem Moment gibt diese liebenswert-skurrile Geschichte hierbei seine beiden Helden der Lächerlichkeit preis, so komisch deren Gehversuche ins normale Leben auch inszeniert sind. Vielmehr nimmt ELLING Verschrobenheit als normal hin. Gerade aus der Verfremdung des Alltäglichen gewinnt der Film seine Spannung und seinen Witz. "Ich wollte auf keinen Fall einen Film über Menschen in der Psychiatrie machen", meint Regisseur Petter Naess. "Diese Jungs haben keine diagnostizierte Krankheit. Ihr Problem ist, dass sie über keinerlei soziale Erfahrung verfügen." In Norwegen geriet ELLING bereits zum großen Kassenerfolg, auf zahlreichen internationalen Festivals wurde der Film mit Preisen - Oscar-Nominierung inklusive - bedacht!
www.elling-der-film.de

Der Film lief zuletzt am 01.07.2004.

Links

Cleopatra Die Königin und der Leibarzt My Week with Marilyn BARBARA Herzensbrecher BEZAUBERNDE LÜGEN The Best Exotic Marigold Hotel