HEIMLICHE SPIELE

CHOSES SECRETES

Frankreich 2002; Regie: Jean-Claude Brisseau; Drehbuch: Jean-Claude Brisseau; Kamera: Wilfrid Sempé; Schauspieler: Coralie Revel, Sabrina Seyvecou, Roger Mirmont, Fabrice Deville, Bladine Bury; Produzent: Jean-Claude Brisseau; Musik: Julien Civange; 115 Min.

Zwei junge Frauen beschließen, durch sexuelle Manipulationen in der sozialen Hierachie eines großen Bankhauses aufzusteigen. Nathalie, Mitte 20, ist schön und selbstbewusst, strahlt zugleich aber die Melancholie eines Menschen aus, der schon oft verletzt wurde. Ihre Freundin Sandrine ist Anfang 20, zurückhaltend und ein wenig unsicher. Sandrine bewundert Nathalie, die so souverän mit ihrer Körperlichkeit umgeht. Und durch Nathalie lernt auch sie selbst, ihren Körper zu kontrollieren, ihre Lust zu steuern und ihre Sexualität gezielt einzusetzen. Beim Karriereplan der Freundinnen ist Liebe tabu. Mit schmutzigen Tricks und vorgetäuschtren Orgasmen bringen sie ihre Vorgesetzten unter Kontrolle. Bis schließlich Christophe, Sohn des Direktors und zukünftiger Chef, die Selbstkontrolle der Frauen durchbricht.....!
Der französische Regisseur Jean-Claude Brisseau (LÄRM UND WUT, WEISSE HOCHZEIT), ein Spezialist für Grenzerfahrungen im Alltag, seziert in CHOSES SECRETS die Mechanismen der Lust. Im Unterschied zu vielen anderen Filmen über Sexualität nähert er sich hierbei dem Thema nicht analytisch, sondern sinnlich. "Mein Ziel war es", so der Regisseur, "das Lustempfinden der Frauen als etwas Verwirrendes und höchst Aufregendes erscheinen zu lassen." Sehr geschickt spielt er hierbei mit der Essenz des Kinos selbst, nämlich der Lust des Zuschauens - mit dem Ergebnis, dass nicht immer klar ist, ob der Kinogeher nun souveräner Betrachter oder aber manipulierter Voyeur ist. "CHOSES SECRETS", schreibt Kai Mihm in EPD-FILM, "ist ein lyrisches Gedankenspiel über moralische Grenzüberschreitungen und sexuellen Wagemut. In seinem Arrangement von Dekors, Kostümen, Kadrierungen, Musik und Schnitt ist der Film dabei von einer Präzision, wie man sie lange nicht gesehen hat." Die einflussreiche französische Filmzeitschrift CAHIER DU CINEMA erkor diese erotische Fabel zum besten Film des Jahres 2002.

Der Film lief zuletzt am 12.03.2004.

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