ELISABETH KÜBLER-ROSS - DEM TOD INS GESICHT SEHEN

Schweiz 2003; Regie: Stefan Haupt; Drehbuch: Stefan Haupt; Kamera: Christian Davi, Jann Erne, Patrick Lindenmaier; Schauspieler: Erika Faust-Kübler, Eva Bacher-Kübler, Rev. Mwalimu Imara, Prof. Hans Küng, Prof. H. Hartmann, Audrey Gordon, Marianne New, Sue Miller, Eleni Haupt-Narrator, Elisabeth Kübler-Ross, Hanspeter Müller-Narrator; 98 Min.
Ohne Altersbeschränkung

Elisabeth Kübler-Ross, die amerikanische Sterbeforscherin aus der Schweiz, hat wie kaum eine zweite Person in den letzten Jahrzehnten zur Enttabuisierung des Todes beigetragen. Die Hospizbewegung, verschiedene Formen heutiger Sterbebegleitung sowie Selbsthilfegruppen für Trauernde sind zu einem erheblichen Teil auf ihre Initiative zurückzuführen. 1926 in Zürich als Drillingskind geboren, studierte sie gegen den Willen der Eltern Medizin und kämpfte in den USA um Anerkennung als Psychiaterin. 1969 erlangte sie durch ihre Arbeit mit Sterbenden in Chicago und durch ihr Buch ON DEATH AND DYING (INTERVIEWS MIT STERBENDEN) internationalen Ruhm. Es folgen über 20 weitere Bücher, unzählige Workshops- und Vortragsreisen sowie der Aufbau eines eigenen Zentrum in Virginia, das jedoch 1994 durch Brandstiftung zerstört wird. Heute lebt die Schweizer Ärztin nach mehreren Schlaganfällen zurückgezogen in Arizona.
Der Schweizer Regisseur Stefan Haupt zeichnet in seinem Dokumentarfilm ELISABETH KÜBLER-ROSS - DEM TOD INS GESICHT SEHEN das Leben dieser legendären, für manche auch umstrittenen Frau nach. Im Zentrum des Films stehen Gespräche mit der kranken, alten, aber psychisch noch immer vitalen Elisabeth Kübler-Ross. Sie erzählt von ihrer Kindheit, ihrer Arbeit mit Sterbenden und Aids-Kindern und davon, wie sie mit ihrem eigenen Altern und Sterben umzugehen versucht. Dazwischen gibt es reichhaltiges Archivmaterial sowie Interviews mit ihren beiden Drillingsschwestern, mit Freunden und Mitarbeitern. Obwohl der Film vom Sterben erzählt, ist dem Regisseur hierbei ein wunderbarer Film über das Leben geglückt. Stefan Haupt: ›An der Art und Weise, wie eine Gesellschaft mit dem Tod umgeht, lässt sich erfahren, wie diese Gesellschaft sich dem Leben gegenüber verhält.‹ ›Haupts Film‹, schreibt die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG, ›ist ein biografisches Mosaik und eine kleine Reflexion über das Sein, ein Utopia-Blues voller Ironie und Subtilität.‹

Der Film lief zuletzt am 03.04.2005.

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