DAS WUNDER VON BERN

Deutschland 2003; Regie: Sönke Wortmann; Drehbuch: Sönke Wortmann; Kamera: Tom Fährmann; Schauspieler: Louis Klamroth, Peter Lohmeyer, Johanna Gastdorf, Mirko Lang, Birthe Wolter; Produzent: Hanno Huth; Musik: Marcel Barsotti; 117 Min.
Ohne Altersbeschränkung

Sommer 1954. In einer kleinen Bergarbeitersiedlung in Essen sieht der elfjährige Mathias mit seiner Mutter und seinen Geschwistern voller Hoffnung und Sorge der Rückkehr seines Vaters aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft entgegen. Die Mutter hat sich und ihre Kinder unter großen Entbehrungen durch Krieg und Nachkriegsjahre gebracht. Längst hat der fußballbegeisterte Matthias in seinem Idol, dem Essener Stürmer-Star und Nationalspieler Helmut Rahn, einen Ersatzvater gefunden. Während im Ruhrgebiet die Beziehung zwischen der Familie und dem verschlossenen und aggressiven Heimkehrer vor einer Zerreißprobe steht, feiert die deutsche Fußballmannschaft bei der WM in der Schweiz völlig unerwartet einen Erfolg nach dem anderen und steht schließlich im Endspiel. Matthias ist, wie ganz Deutschland, vor Begeisterung nicht mehr zu halten und auch der Vater beginnt zu begreifen, dass ein Wunder geschehen muss, damit er zu seiner Familie zurückfindet. Er setzt seinen Sohn ins Auto und fährt mit ihm zum Endspiel nach Bern.
Der überraschende 3:2-Sieg der Deutschen gegen die ungarische Mannschaft im WM-Finale 1954 gilt bis heute als Ereignis von nationaler Identitätsstiftung. Im Berner Wankdorf-Stadium wurde gleichsam die Bundesrepublik gegründet, hier wurden die Schatten der NS-Zeit vertrieben und hier wurde der Grundstein für die Aufbruchsstimmung des nahenden Wirtschaftswunders gelegt. Regisseur Sönke Wortmann verknüpft dieses historische Ereignis mit einer schwierigen Vater-Sohn-Beziehung zu einem berührenden Melodram. DAS WUNDER VON BERN ist mittlerweile selbst zu einem kleinen Kinowunder avanciert. Der große Publikumserfolg bietet Gefühlskino pur und besticht nicht zuletzt durch aufwändige Fußball-Sequenzen. Für letztere hat Ex-Fußballprofi Wortmann eigens Schauspieler verpflichtet, die nicht nur kicken können, sondern auch physiognomisch an die Helden von Bern erinnern. "DAS WUNDER VON BERN, ausgezeichnet mit dem Publikumspreis von Locarno, versucht alles: Gefühl, Geschichte und fünf Tore in 118 Minuten", schreibt Jan Distelmeyer in epd-film.

Der Film lief zuletzt am 23.01.2004.

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