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ETRE ET AVOIRSEIN UND HABENFrankreich 2002; Regie: Nicolas Philibert; Kamera: Katell Dijan, Laurent Didier; Schauspieler: Georges Lopez und den Schulkindern von Saint-Etienne-sur-Usson: Alizé, Axel, Guillaume, Jessie, Johan, Johann, Jonathan, Julien, Laura, Létitia, Marie-Elisabeth, Nathalie und Olivier; Produzent: Maia Films; Musik: Philippe Hersant; 104 Min., OF Französisch mit UT in Deutsch
KurzEin kleines Dorf in der Auvergne. Morgens sammelt der Schulbus Jojo, Nathalie, Marie, Julien und all die anderen von den verstreut liegenden Bauernhöfen und bringt sie zur Schule. Beim „Maître“, Monsieur Lopez, lernen alle Kinder (von 4 bis 11 Jahren) in einem Raum. Nachmittags werden schon mal Pfannkuchen gebacken oder man diskutiert über Alpträume und Geister. Monsieur Lopez wohnt in der Schule und ist immer für seine Schüler da. Er schlichtet Streit, macht den Schüchternen Mut, tröstet Schüler in der Not und hilft auch denen ins Collège, die lieber Traktor fahren, als für die Schule zu lernen. Wenn M. Lopez Hausaufgaben stellt, rechnet die ganze Familie mit. Wer hätte gedacht, dass Schulalltag so spannend sein kann? Ein packender Dokumentarfilm über eine französische Dorfschule. Einmal zuschauen, wie andere Kinder lernen und leben! InhaltEine Handvoll Schüler zwischen drei und elf, ein Lehrer und eine Kamera: ETRE ET AVOIR begleitet eine Saison lang den Alltag einer Einklassen-Schule im Herzen der Auvergne. Der Film interessiert sich hierbei weniger für die klassischen Schul-Beziehungen - Verhältnis zwischen den Schülern, zwischen Schüler und Lehrer, zwischen Lehrer und Eltern - sondern er zeigt Kindheit als jene Zeit, wo das Erlernen sozialen Geschicks einem Kampf gegen finstere und mysteriöse Gespenster gleichkommt. Es werden die Mikro-Schritte des Lernens und der Bewusstseinsbildung sichtbar gemacht. Kleine Vorgänge des (schulischen) Alltags erscheinen immer wieder als psychologische Dramen: In einer der bewegendsten Szenen des Films sieht man etwa, wie der zehnjährige Julien unter dem strengen Blick seiner Mutter seine Hausaufgaben macht. Weitere Familienmitglieder gesellen sich dazu, unter ihnen der Vater, der gerade aus dem Stall kommt. Sie alle werden schließlich in den Strudel gezogen, den ein simples Rechenbeispiel darstellt. Als schützende Gestalt des Films trägt der Lehrer diese kleine heterogene Welt auf seinen Schultern. Seine starke und zugleich sanftmütige Persönlichkeit, seine stille Autorität machen aus der Klasse ein organisiertes und kohärentes Ganzes. "ETRE ET AVOIR", so Regisseur Nicolas Philibert, "ist kein Dokumentarfilm im traditionellen Sinne. Ich wollte die Erfahrungen der Kinder, ihre Freuden und ihre kleinen Dramen miterleben, die ganze Palette an Gefühlen, die wir auf jenem steinigen Pfad durchleben, auf dem wir Lesen, Schreiben, Rechnen und schließlich Erwachsenwerden lernen." Der Blick des Regisseurs ist hierbei niemals didaktisch oder reglementierend. Er legt keinen Kommentar über seine Bilder, sondern präsentiert die Realität so, das sie vor seiner Kamera pulsiert. "Die schönsten Filme über die Kindheit", schrieb Vincent Malausa in den CAHIERS DU CINEMA (und zählte ETRE ET AVOIR dazu), "drehen sich immer um das Gefühl des Verlusts, um eine undefinierbare Bedrohung, um den Rückzug in sich selbst oder das Mitteilungsbedürfnis als erste Schritte in Richtung einer möglichen Eroberung der Welt." "Ein kristallklares Meisterwerk", urteilte EPD-FILM über diesen ungewöhnlichen Dokumentarfilm. Der Film lief zuletzt am 20.06.2008. Links |
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