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TOSCADeutschland/Frankreich/Italien/Großbritannien 2001; Regie: Benoît Jacquot; Drehbuch: Giuseppe Giacosa, Luigi Illica; Kamera: Romain Winding; Schauspieler: Angela Gheorghiu, Roberto Alagna, Ruggero Raimondi, David Cangelosi, Sorin Coliban, Enrico Fissore; Produzent: Douglas Cummins; Musik: Giacomo Puccini; 126 Min.
An eine Verbindung von Kino und Oper haben sich schon einige der größten Regisseure mit sehr unterschiedlichen Mitteln und Ergebnissen gewagt. Francesco Rosi präsentierte mit CARMEN einst brillantes Kino unter Verzicht auf jede Bühne. Ingmar Bergman hinterfragte in der ZAUBERFLÖTE die Bühnenillusion durch dazwischen geschnittenen Zuschauerreaktionen. In Joseph Loseys DON GIOVANNI schließlich wachsen Landschaften und Architektur auf beeindruckende Weise mit der Handlung und der Musik zusammen. Und nun präsentiert der französische Regisseur Benoit Jacquot (DER SIEBTE HIMMEL, DIE SCHULE DES BEGEHRENS) eine Kino-Inszenierung von Puccinis TOSCA. Jacquot erzählt die Geschichte rund um die Sängerin Floria Tosca, die den Maler Cavaradossi liebt und vom skrupellosen Polizeipräsidenten Scarpia begehrt wird, mittels dreier unterschiedlicher Arten von Film: einem Dokumentarfilm über die Aufnahmen der Oper im Studio, einer Art Dokumentation über die Originalschauplätze Toscas in Rom sowie einer tatsächlichen Operninszenierung mit Kostümen. Die Musikaufzeichnung in den Abbey Road Studios wurde mit Video in Schwarz-Weiß gefilmt, die Inszenierung der Oper hingegen in Farbe und im Kinoformat, die Szenen in Rom schließlich in einem Amateurformat mit wackeliger Kamera. Der Film kombiniert diese drei Ebenen auf sehr geschickte und phantasievolle Weise. Das Prinzip des Kontrastes verfolgt der Film auch noch in anderen Bereichen: So konkurrieren etwa sehr enge mit sehr weiten Bildausschnitten, Nahaufnahmen mit Totalaufnahmen, Schwarz-Weiß mit Farbe, Originalschauplätze mit Kulissen, und das Dokumentarische mit dem ausgefeilt Theatralischen. Der Regisseur hat hierbei die Möglichkeiten des Kinos - bewegliche Kamera, Montage, Licht - in den Dienst der Oper gestellt, zugleich greift er aber immer wieder auf die Illusionsmaschinerie der Bühne zurück. Das Ergebnis ist in erster Linie eine Hommage an den Gesang. Regisseur Jacquot: "Was mich an diesem Projekt am meisten begeistert hat, war die unglaubliche Aura der Stimmen. Ich habe versucht, das gesamte Spektrum dieser Stimmen zu zeigen. Das geht vom verhängnisvollen Schweigen über das gesprochene Wort bis hin zum höchsten Ton einer Arie." Mit TOSCA ist Benoit Jacquot ein visuell phantasievolles wie musikalisch aufregendes Werk gelungen. Für Letzteres garantieren die Opernstars Angela Gheorghiu, Roberto Alagna und Ruggero Raimondi in den Hauptrollen sowie Dirigent Antonio Pappano mit seinem Covent Garden Orchester. Der Film lief zuletzt am 31.08.2003. Links |
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