IT´S ALL ABOUT LOVE

Japan/Dänemark/USA 2002; Regie: Thomas Vinterberg; Drehbuch: Mogens Rukov, Thomas Vinterberg; Kamera: Anthony Dod Mantle; Schauspieler: Joaquin Phoenix, Claire Danes, Sean Penn, Douglas Henshall, Alun Armstrong; Produzent: Bo Ehrhardt; Musik: Nikolaj Egelund, Zbigniew Preisner; 104 Min.
Ohne Altersbeschränkung

Die Welt im Jahr 2021: Der Himmel ist so blau wie ein Frostschutzmittel, und in den Städten darunter leiden die Menschen an kalten Herzen. Die Erde friert, sie beginnt gar zu erfrieren. Temperaturstürze haben Einfluß auf die Erdanziehung genommen. In Uganda schweben die Menschen wie Engel über der Erde. Allerorten brechen Menschen leblos zusammen, gestorben an Einsamkeit. Mitten in diese düstere Zukunftsvision platziert der dänische Regisseur Thomas Vinterberg eine bizarre Liebesgeschichte. Da ist Elena, eine weltberühmte Eiskunstläuferin, ein engelhaft entrücktes und fragiles Wesen. Und John, ihr müder Ehemann, der eigentlich nach New York gekommen ist, um sich von ihr zu trennen. Bis er mit großen, traurigen Augen sieht, wie seine Eisprinzessin leidet, wie ihre Beine bei der Verbeugung zittern und wie ein Corps aus Managern, Trainern und Agenten aus ihrem Körper eine Verwertungsmaschine gemacht hat. Und weil diese in absehbarer Zukunft ersetzt werden soll, hat das Management bereits mit drei Elena-Klonen und einem Auftragsmörder vorgesorgt. Gemeinsam werden John und Elena fliehen - und herausfinden, ob in dieser Zukunft ohne Liebe auch ihre Liebe ohne Zukunft ist...!Mit IT'S ALL ABOUT LOVE präsentiert Thomas Vinterberg gleichsam einen Gegenentwurf zu seinem DOGMA-Klassiker DAS FEST: Mit virtuosen Cinemascope-Bildern statt Handkamera, mit aufwendigen Sets statt authentischen Drehorten, sowie mit elegischer Filmmusik und mit großen Hollywood-Stars - allen voran: Joaquin Phoenix, Claire Danes und Sean Penn. IT'S ALL ABOUT LOVE ist Kino als Vereisung, ein alptraumhaftes Sommermärchen, in welchem es im Juli zu schneien beginnt. Vinterberg verzichtet auf klassisches Science Fiction-Design, auf zukünftige Technik, sondern zeigt vielmehr eine Welt, die der unseren ganz ähnlich ist. Der Film reflektiert Themen wie Klimakatastrophe, Superstar-Hype und wohl auch den 11. September. Als letzte Hoffnung gegenüber einer korrupten, kalten Gesellschaft bleibt nur das Liebespaar auf seiner heimlichen rebellischen Flucht. Die letzte Reise führt dann aus der Stadt, bis ans Ende der Welt, wo alles in Weiß getaucht ist. Es sind Regisseure wie Wenders, Kieslowski und Hitchcock, vor denen sich Vinterberg mit diesem Film verbeugt. "IT'S ALL ABOUT LOVE schwelgt in Farben, Ausstattung und Kostümen und spielt ausgelassen auf der Lichtorgel", schreibt Birgit Glombitza in epd-Film: "Jede Einstellung ist hier kostbar, jede Szene eine Miniatur. In Vinterbergs illusionistischem Film kann man zusehen, wie Magie entsteht und wie sie kaputt geht."

Der Film lief zuletzt am 31.07.2003.

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