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GÖTTLICHE INTERVENTIONYADON ILAHEYYAFrankreich/Palästina 2002; Regie: Elia Suleiman; Drehbuch: Elia Suleiman; Kamera: Marc-Andre Batigne; Schauspieler: Elia Suleiman, Manal Khader, Nayef Fahoum Daher; Produzent: Humbert Balsam; 92 Min., arab./hebr./engl.OmU
KurzDer palästinensische Regisseur Elia Suleiman wirft einen Blick auf den israelisch-arabischen Konflikt, der keine der beiden Seiten aus der Verantwortung für die verfahrene Situation im Nahen Osten entlässt. Mit seiner grotesken Komik, seiner verschrobenen Erzählweise und seinem traurigen Tiefsinn erinnert Göttliche Intervention (2002) zuweilen an klassische Stummfilme. InhaltZwischen einem Palästinenser, der in Jerusalem lebt, und einer Palästinenserin aus Ramallah entspinnt sich eine Liebesgeschichte. Der Mann pendelt zwischen seinem hilfsbedürftigen Vater und seiner Geliebten hin und her. Er möchte beiden gerecht werden. Wegen der politischen Situation endet die Bewegungsfreiheit der Frau beim Kontrollpunkt der israelischen Armee zwischen den beiden Städten. Da es für die beiden nicht möglich ist, die Grenze zu überschreiten, finden ihre zärtlichen Begegnungen auf dem Streifen Niemandsland gleich neben dem Grenzstützpunkt statt. Den Liebenden ist es nicht möglich, die Wirklichkeit frei von der Besatzung zu sehen. Sie sind auch nicht fähig, im Angesicht dieser Belagerung ihre eigene Intimität zu bewahren. Wo die Leidenschaft langsam Gewaltbereitschaft erzeugen könnte, reagiert das Paar schließlich in unglaublich phantasievoller Weise. Mit seiner zweiten Regiearbeit wirft der palästinensische Regisseur Elia Suleiman einen Blick auf den israelisch-arabischen Konflikt, der keine der beiden Seiten aus der Verantwortung für die verfahrene Situation im Nahen Osten entlässt. GÖTTLICHE INTERVENTION kümmert sich nicht um politische Korrektheit. Israelischer Willkür und palästinensischer Aggression wird hier gleichermaßen viel Raum, Aufmerksamkeit und Intelligenz gewidmet. Dementsprechend lässt sich der Film auch nicht vereinnahmen, es sei denn von einer spöttischen Vernunft, die beiden Seiten gleichviel Unverstand, Machismo und Morbidität attestiert. GÖTTLICHE INTERVENTION ist ein politischer Film, gerade weil er keine Politik betreibt. Mit seiner grotesken Komik, seiner verschrobenen Erzählweise und seinem traurigen Tiefsinn erinnert der Film ein wenig an klassische Stummfilme. ›Suleimans Lakonik‹, so schreibt Heike Kühn in epd-Film, ›hätte Buster Keaton und Tati glücklich gemacht.‹ Die göttliche Intervention, die dem Film den Titel gibt, ist die Phantasie. Sie versorgt den Kinogeher in diesem Film mit einer Fülle surrealer, träumerisch beglückender Weltverbesserungsmomente. Wie etwa folgender: Anmutig schreitet die Palästinenserin auf die israelischen Wachsoldaten zu, nimmt ihre Sonnenbrille ab, lähmt die Militärs mit einem durchdringenden Blick. Während sie die Demarkationslinie überquert, beginnt der Wachturm zu knirschen. Ein weiterer Hüftschwung und der Turm bricht schließlich zusammen. GÖTTLICHE INTERVENTION wurde beim letztjährigen Filmfestival von Cannes mit dem Jurypreis ausgezeichnet. Der Film lief zuletzt am 13.10.2006. Links |
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