WAHNSINNIG VERLIEBT

A LA FOLIE

Frankreich 2002; Regie: Laetitia Colombani; Drehbuch: Laetitia Colombani; Kamera: Pierre Aim; Schauspieler: Audrey Tautou, Samuel LeBihan, Isabelle Carre, Clement Sibony; Produzent: Charles Gassot; Musik: Jerome Coullet; 100 Min., franz. OmU
Ohne Altersbeschränkung

Mit ihrer Rolle in DIE FABELHAFTE WELT DER AMELIE hat Audrey Tautou dem französischen Kino gleichsam ein neues, erfrischendes Gesicht geschenkt. In ihrem ersten Film nach diesem verspielten Meisterwerk treibt die Schauspielerin nun ein durchtriebenes Spiel mit ihrem Image als unwiderstehliche Romantikerin. WAHNSINNING VERLIEBT präsentiert ein und dieselbe Geschichte aus zwei verschiedenen Blickwinkeln. Zunächst erzählt eine junge Frau von ihrer Liebe zu einem verheirateten Mann. Sehr dynamisch und voller Entschlossenheit setzt sich AngÈlique über alle Widrigkeiten hinweg. Sie, die junge Kunststudentin, steht am Anfang ihrer Karriere. Er, Loic, ist ein etablierter Herzchirurg, dessen Frau ¸berdies im fünften Monat schwanger ist. Heimliche Treffen, einsame Nächte und tagelanges Warten, so scheint es, sind alles, worauf AngÈlique hoffen darf. Dann, nach einem rasenden Rücklaufs des Films, steht man nochmals am Beginn: Man sieht Loic, den Arzt, mir seiner gut gehenden Praxis. Nicht nur AngÈlique ist ihm zugetan, sondern auch eine Patientin, die ihm erfolglos Avancen macht. Loics Hälfte des Films ist distanzierter, ruhiger in Szene gesetzt. Im Unterschied zu AngÈliques Geschichte, in welcher die Bilder in warme Rot- und Brauntöne gehalten werden, dominieren hier die Blautöne. Und dann geschieht überraschend ein Mord – und aus der anfänglichen Liebesgeschichte entwickelt sich plötzlich ein spannungsgeladener Thriller.
Mit ihrem Debütfilm präsentiert die junge französische Regisseurin Laetitia Colombani eine subtile Reflexion ¸ber die Zuverlässigkeit menschlicher Aussagen. WAHNSINNING VERLIEBT ist ein Spiel mit den verschiedenen Möglichkeiten des Blicks – und handelt somit nicht zuletzt vom Kino selbst, dessen Bildgewalt und Überredungskraft man sich bisweilen allzu bereitwillig ausliefert. Neben seiner besonderen Erzählstruktur besticht der Film einmal mehr durch seine fabelhafte Hauptdarstellerin, die sich dieses Mal nicht nur von der unwiderstehlichen, sondern auch von einer erschreckenden Seite zeigt. ›WAHNSINNIG VERLIEBT‹, schreibt Katrin Hoffmann in epd-film, ›ist ein mitreißender französischer Film, der von Verlangen und Abneigung, Träumen, Enttäuschungen, schließlich auch von Tod und Verderben handelt.‹
www.wahnsinnig-verliebt.de

Der Film lief zuletzt am 25.07.2003.

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