DIE UNBARMHERZIGEN SCHWESTERN OF
THE MAGDALENE SISTERS
Großbritannien 2002; Regie: Peter Mullan; Drehbuch: Peter Mullan; Kamera: Nigel Willoughby; Schauspieler: Geraldine McEwan, Anne-Marie Duff, Dorothy Duffy, Eileen Walsh, Nora-Jane Noone; Musik: Craig Armstrong; 119 Min., 35mm; Farbe; 119 min; engl. OF Ohne Altersbeschränkung
DIE UNBARMHERIGEN SCHWESTERN führt den Kinogeher in ein dunkles Kapitel der Geschichte Irlands. In den katholischen Magdelenen-Heimen sollten ›gefallene‹ Mädchen und Frauen durch Züchtigung und schwere Arbeit wieder auf den rechten Weg geführt werden. In den hauseigenen Wäschereien sollten sie schmutzige Wäsche, vor allem jedoch ihre sündigen Seelen reinigen. Etwa 30.000 Frauen wurden in diesen Heimen festgehalten. Erst 1996 wurde die letzte Magdalena-Wäscherei geschlossen. Schauspieler (MY NAME IS JOE) und Regisseur Peter Mullan erzählt in seinem Film die Leidensgeschichte von vier betroffenen Mädchen, und zwar konsequent aus der Perspektive der Opfer. Innerhalb der klösterlichen Mauern herrscht Despotismus und grausame Repression. Mit geradezu sadistischem Eifer versuchen die tyrannischen Schwestern jede Aufsässigkeit, jedes Selbstbewusstsein zu zerstören. Regisseur Peter Mullan zeigt diese Erniedrigungspraktiken in ihrer ganzen Ungeheuerlichkeit. ›Ich wollte‹, so der Regisseur in einem Interview, ›dass die Zuschauer den Personen dieses Films emotional und physisch so nahe kommen, als ob sie in ihrer Haut stecken.‹
DIE UNBARMHERZIGEN SCHWESTERN ist ein Kino der Anklage und Aufklärung. Dementsprechend parteiisch, polemisch und provokativ ist der Film angelegt. Es verwundert wenig, dass der Vatikan an diesem Werk heftige Kritik übte, besonders nachdrücklich, nachdem der Film in Venedig mit dem ›Goldenen Löwen‹ ausgezeichnet wurde. Indessen beschränken sich die Vorwürfe des Films nicht nur auf die katholische Kirche: Vielmehr sucht der Film die Schuld auch in den betroffenen Familien sowie in gesellschaftlichen Mentalitäten, welche ein solches System toleriert haben. ›DIE UNBARMHERZIGEN SCHWESTERN‹, zeigte sich epd-Film begeistert, ›ist eine eindringliche Studie über die Banalität des Bösen: Der Film ist ein Meisterstück in Moll.‹
Der Film lief zuletzt am 27.06.2003.
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