LONG WALK HOME

RABBIT-PROOF FENCE

Australien 2001; Regie: Philip Noyce; Drehbuch: Christine Olsen nach dem Buch «Follow the Rabbit-Proof Fence» von Doris Pilkington Garimara; Kamera: Christopher Doyle; Schauspieler: Everlyn Sampi (Molly Craig), Tianna Sansbury (Daisy Craig), Laura Monaghan (Gracie Fields), David Gulpilil (Moodoo), Kenneth Branagh (A.O. Neville), Deborah Mailman (Mavis), Jason Clarke (Constable Riggs), Ningali Lawford (Mollys Mutter), Myarn Lawford (M; Produzent: Rumbalara Films Building; Musik: Peter Gabriel; 94 Min., engl.OmU
Ohne Altersbeschränkung

LONG WALK HOME thematisiert ein dunkles Kapitel der australischen Geschichte, den Umgang mit den Ureinwohnern, den Aborigines, speziell den Angehörigen der so genannten "Stolen Generations". Zwischen 1910 und 1976 wurden rund 100.000 Kinder gewaltsam von ihren Eltern getrennt und verschleppt. Später wurde ihnen beigebracht, sie seien verwaist oder ihre Eltern hätten sie verstoßen. Erst ein offizieller Report im Jahr 1997 machte das ganze Ausmaß dieser nationalen Schmach deutlich. LONG WALK HOME basiert auf einer wahren Geschichte und führt ins West-Australien des Jahres 1931. Konsequent verfolgt der Chief Protector of Aborigines die australische Rassenpolitik. Ziel ist, routinemäßig alle Mischlingskinder von ihren Eltern zu trennen, um sie in staatlichen Heimen zu englisch sprechenden Hausangestellten und Farmarbeitern umzuerziehen. Opfer dieser Politik werden auch die drei Aborigine-Mädchen Molly, Daisy und Gracia. Gewaltsam werden sie von ihren Müttern getrennt und in das weit entfernte Camp Moore River verschleppt. Gemeinsam beschließen sie aus dem Camp zu fliehen. 1500 Meilen trennen sie von ihrem Zuhause. Die einzige Orientierung, die die Mädchen in der endlosen Weite Australiens haben, ist ein Zaun, der als Schutz vor Kaninchenplagen den gesamten Kontinent durchläuft - der Rabbit-Proof Fence... .
Regisseur Phillip Noyce hat sich in seinen zwölf Jahren in Hollywood vorwiegend als Mainstream-Thriller-Spezialist (DIE STUNDE DER PATRIOTEN) einen Namen gemacht. Derzeit ist im Kino auch seine Graham Greene-Verfilmung DER STILLE AMERIKANER zu sehen. Mit LONG WALK HOME präsentiert er nun einen Film, der ein politisches Zeichen setzt, dabei aber auch in seiner ungewöhnlichen Ästhetik zu überzeugen weiß. Lange schon hat man nicht mehr so eindringliche Bilder von der australischen Wüste gesehen. Kameramann zeigt diese als einen fremden und bedrohlichen Ort. LONG WALK HOME vertraut gänzlich auf die Kraft der Bilder, und verzichtet über weite Strecken auf das gesprochene Wort. Lange verweilt die Kamera bisweilen auf den Gesichtern der Aborigine-Mädchen und verbindet sie mit Landschaftsaufnahmen. Untermalt werden diese Bilder immer wieder von den Klängen Peter Gabriels, der den Soundtrack zum Film schrieb. "Ein Meilenstein", urteilte epd-Film über diesen mehrfach preisgekrönten Film.

Der Film lief zuletzt am 24.06.2004.

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