11´09´01 - SEPTEMBER 11

Frankreich 2002; Regie: 1 Samira Makhmalbaf; 2 Claude lelouch; 3 Youssef Chahine; 4 Danis Tanovic; 5 Idrissa Ouedraogo; 6 Ken loach; 7 Alejandro Gonzalez Inarritu; 8 Amos Gitai; 9 Mira nair; 10 Sean Penn; 11 Shohei Imamura; 121 Min., 35mm; Farbe, 110 Min; OmU
Ohne Altersbeschränkung



Kann man den 11. September 2001 noch einmal in Bilder, in Worte fassen? Ist nicht jede künstlerische Beschäftigung mit dem Terrorattentat auf das World Trade Center notwendigerweise eine Rationalisierung dessen, was eigentlich unbeschreiblich ist? Der Episodenfilm 11’09’’01 gibt eine erste Antwort, wie man künstlerisch auf dieses Ereignis reagieren kann. Elf Regisseure präsentieren darin elf Kurzfilme mit einer Länge von elf Minuten, neun Sekunden und einem Bild. Der Film versammelt sehr unterschiedliche Handschriften, Naives steht neben Politischem, Selbstgerechtes neben echtem Mitleid, Symbolisches neben Dokumentarischem. Der Franzose Claude Lelouch erzählt etwa von einer Taubstummen, deren erstorbene Liebe zu einem Touristenführer durch das Attentat auf wundersame Weise aufersteht. Radikal geht der Mexikaner Alejandro González Inárritu vor: Sein Film findet fast ausschließlich auf der Tonspur statt, nur kurz blitzen auf der schwarzen Leinwand Bilder der sich in den Tod stürzenden Menschen auf. Den politischsten Beitrag hat der Brite Ken Loach gedreht: Seine Episode verweist auf einen anderen 11.September, den im Jahr 1973, als die demokratisch gewählte Regierung Allende mit Hilfe des FBI von den Militärs gestürzt wurde. Einige der besten Beiträge kommen aus Ländern, die von New York eine halbe Ewigkeit weit entfernt sind. Mira Nair etwa erzählt von einer amerikanischen Inderin, deren bei dem Anschlag getöteter Sohn zuerst als Terrorist verdächtigt und dann als Held gefeiert wird. Im Film von Idrissa Quedraogo (Burkina Faso) schließlich versuchen Kinder, Osama Bin Laden zu fangen - gegen Bezahlung versteht sich. „11’09’’01“, so Andreas Kilb in der FAZ, „ist eine Überraschung in seinem Genre, ein Episodenfilm, der sein Sujet nicht verschleudert, sondern vertieft: Ein Triumph der freien Kinematografie!“

Der Film lief zuletzt am 26.09.2003.

Links

THE ARTIST THE DESCENDENTS - Familie und andere Angelegenheiten BLUE VALENTINE INTOUCHABLES-Z Ziemlich beste Freunde TOM SAWYER IBIZA OCCIDENT EINE GANZ HEISSE NUMMER BAGMAN