DER FALL PINOCHET
EL CASO PINOCHET
Spanien/Frankreich/Chile 2001; Regie: Patricio Guzmán; Drehbuch: Patricio Guzmán; Kamera: Jacques Bouquin; Produzent: Yves Jeanneau; 110 Min., span.OmU Ohne Altersbeschränkung
»Ein Volk ohne Dokumentarfilm ist wie eine Familie ohne Fotoalbum« Patricio Guzmán
Der chilenische Filmemacher Patricio Guzmán wurde mit seiner Trilogie über die Zeit der Allende-Regierung LA BATALLA DE CHILE international bekannt. Der ehemalige Staatspräsident und sein Mörder Pinochet standen auch später im Mittelpunkt seines filmischen Schaffens.
Am 22. September 1998 flog Augusto Pinochet zu einer Vergnügungsreise nach London. Als er Rückenschmerzen verspürte, unterzog er sich einer Operation. Von der Narkose aufgewacht, stand er unter Polizeiarrest. Als Mitte der 90er Jahre eine gewaltige Maschinerie gegen die argentinische Militärdiktatur und gegen Pinochet anzulaufen begann, steckte dahinter die Arbeit spanischer Juristen. Sie hatten einen Artikel ausfindig gemacht, welcher der spanischen Justiz ermöglichte, Folter, Terror und Genozid in jedem Land der Welt zu ahnden. Die Nachricht von Pinochets Verhaftung in London elektrisierte die Welt.
»Ich war gerade in Madrid, als ich von der Festnahme Pinochets erfuhr.«, erzählt Guzmán. »Ich war verblüfft! 27 Jahre im Exil, von einem Land in das andere ziehen... Bis zu welchem Punkt gehörte Pinochet zu meinem Leben? Wie viele Jahre war ich ihm gegenüber in Opposition geblieben? (...) Es ist auch ein Film über das ›Unglaubliche‹, über einen ›Unfall‹, der der Justiz gestattete, die Straffreiheit eines weltbekannten Tyrannen aufzuheben.« Das Herzstück des Films bilden jedoch die Gespräche mit Menschen, die die Verfolgung durch das Regime überlebt haben. EL CASO PINOCHET ist eine dramatische Komposition aus juristischem »Krimi« und unheilbaren seelischen Wunden.
Der Film lief zuletzt am 12.05.2006.
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