MORAST
LA CIENAGA
Spanien/Argentinien 2001; Regie: Lucrecia Martel; Drehbuch: Lucrecia Martel; Kamera: Hugo Colace; Schauspieler: Juan Cruz Bordeu, Graciela Borges; 102 Min., 35mm; Farbe; 102 Min; span.OmU FSK 12
Mecha ist eine Frau um die 50 mit vier pubertierenden Kindern, einem eitlen Ehemann und lustlosen Hausangestellten. Doch mit wenigen Gläsern Alkohol bewältigt sie die Monotonie ihres Alltags. Um der schwülen Hitze zu entfliehen - es ist Februar, Hochsommer im Nordwesten Argentiniens - verbringen Mecha und ihre Familie den Sommer in La Mandragora, einem Landsitz, dessen Glanz längst verblichen ist. Zu ihnen gesellt sich die Familie von Tali, Mechas Cousine. Eine beklemmende Mischung aus Hitze, Langeweile und Aggression prägt die Atmosphäre - bis schließlich ein Unfall die beiden Familien für die Glut eines Sommers verbindet.
Die Ortsnamen symbolisieren die Grundstimmung dieses Films: „La Ciénaga“ bedeutet „sumpfiger Morast“, „La Mandragora“ meint die giftige Nachtschattenpflanze der schwarzen Magie. So ist der Film ein fiebriger Reigen einer fast magischen Unausweichlichkeit des lähmenden Alltags, ein Warten auf ein reinigendes Gewitter. Ohne die Konventionen der klassisch narrativen Erzählform zu beachten, seziert Lucrecia Martel in Analogie zur sumpfigen, in Stillstand verharrenden Umgebung die Lethargie der weißen argentinischen Mittelschicht. Kritik und Publikum zeigten sich begeistert von diesem Debütfilm: „LA CIENAGA ist der beste Film, den ich in diesem Jahr gesehen habe“, urteilte etwa kein Geringerer als Pedro Almodóvar.
Der Film lief zuletzt am 11.04.2003.
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