BOWLING FOR COLUMBINE

Deutschland/Kanada/USA 2002; Regie: Michael Moore; Drehbuch: Michael Moore; Kamera: Brian Danitz, Michael McDonough; Schauspieler: Michael Moore, Charlton Heston, Marilyn Manson; Produzent: Kathleen Glynn, Michael Donovan, Charles Bishop, Jim Czarnecki, Michael Moore; Musik: Jeff Gibbs; 115 Min., OF Englisch mit UT in Deutsch
Ohne Altersbeschränkung

›Der Morgen des 20. April 1999 sieht nach einem ganz normalen Tag in Amerika aus. Farmer bestellen ihre Felder, Milchmänner liefern Milchflaschen aus, der Präsident lässt Bomben über einem Land abwerfen, dessen Namen wir nicht einmal aussprechen können‹, informiert der Kommentar aus dem Off. Es ist der Tag, an dem Dylan Klebold und Eric Harris wenige Stunden nach ihrem Bowlingkurs das Columbine-Highschool-Massaker verüben. Zwölf Schüler und ein Lehrer werden dabei getötet. Ausgehend von dieser Tragödie geht Amerikas führender sozialkritischer Dokumentarfilmer Michael Moore (ROGER & ME) in seinem preisgekrönten Dokumentarfilm der Frage nach, warum in den USA jährlich durchschnittlich 11.000 Menschen erschossen werden. Moores Antwort darauf ist so einfach wie zwingend: Es ist die Angst, die die Amerikaner seit dem Beginn ihrer Geschichte begleitet - von der Verfolgung der Pilgerväter in der alten Welt über die Angst der Weißen vor den Afroamerikanern bis zu den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Die Folge dieser ständigen Angst sind übermäßige Bewaffnung und gestiegene Gewaltbereitschaft.
Ausgehend von der These ›Sind wir verrückt nach Waffen - oder sind wir nur verrückt?‹ begibt sich Michael Moore auf eine wahnwitzige Reise in das Herz Amerikas. Hierbei lässt er Fakten wie bei einer Karambolage aufeinanderprallen, stellt überraschende Zusammenhänge her und gelangt so zu neuen Einsichten. Er lässt zwei Opfer von Littleton in einem symbolischen Akt die in ihren Körpern steckenden Kugeln an jene Supermarktkette zurückgeben, wo die Täter ihre Munition kauften. Er konfrontiert Hollywood-Ikone und Waffenaktivist Charlton Heston, den Vorsitzenden der National Rifle Association, mit dem Bild eines sechsjährigen Mädchens, das von einem gleichaltrigen Mitschüler erschossen wurde. Er zeigt Vorstadtkrieger, Napalm mixende Pubertierende, Farmer, die mit entsichertem Revolver unterm Kopfkissen schlafen. Er eröffnet ein Konto - und bekommt dafür von der Bank als Geschenk ein Gewehr. Die USA - ein Land in ständiger Angst. Mit unübersehbaren Auswirkungen auf die Politik: Zu den Klängen von ›What a Wonderful World‹ zeigt Moore einen kurzen Abriss der US-Militärinterventionen der letzten 50 Jahre.
Michael Moores engagierte Doku-Satire besticht durch eine kluge Montage von Interviews, TV-Schnipseln, Polizeivideos und Trickfilmen. Dem Film gelingt es hierbei zugleich schockierend wie unterhaltsam zu sein. BOWLING FOR COLUMBINE, das ist ein mit polemischen Argumenten und viel absurder Komik gezeichnetes Porträt einer Nation zwischen Waffenfetischismus und angstbesetzter Paranoia: Ein Volk mit dem Colt im Anschlag für die permanente Selbstverteidigung. Bei den Filmfestspielen in Cannes wurde der Film von Standing Ovations begleitet und mit dem ›Spezialpreis der Jury‹ ausgezeichnet.
www.bowlingforcolumbine.com

Der Film lief zuletzt am 25.10.2007.

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