BELLA MARTHA

Deutschland 2001; Regie: Sandra Nettelbeck; Drehbuch: Sandra Nettelbeck; Kamera: Michael Berti.; Schauspieler: Martina Gedeck, Sergio Castellitto, Maxime Foerste, Sibylle Canonica, Katja Studt, Idil Üner, Antonia Wannek; Produzent: Karl Baumgartner, Christoph Friedel; Musik: Keith Jarrett, Arvo Pärt.; 109 Min., OF Deutsch
Ohne Altersbeschränkung, FSK 10 empfohlen

Alles beginnt auf der Couch eines Analytikers, zu welchem Martha Klein von ihrer Chefin zwangsweise geschickt wird. Die begnadete Star-Köchin eines französischen Feinschmecker-Restaurants in Hamburg gerät nämlich in Rage, wenn Gäste es wagen, sich über ihre Kreationen zu beschweren. Kulinarischen Banausen knallt sie mitunter das blutig-rohe Steak samt Messer auf den weiß gedeckten Tisch. Doch auch dem Therapeuten eröffnet Martha weniger die Geheimnisse ihres Lebens als vielmehr jene ihrer Kochkunst. Marthas einzige Art, mit der Welt zu kommunizieren, läuft über lukullischen Perfektionismus. Als sie nach dem Unfalltod ihrer Schwester deren achtjährige Tochter bei sich aufnehmen muss, wird Martha schließlich einer Bewährungsprobe ausgesetzt, die das artifizielle Kochen auf den Boden elementarer Tatsachen zurückführt. Sie muss lernen, mit einem trauernden und widerborstigen Kind zusammenzuleben. Zudem gerät in der Folge mit dem neu eingestellten Pasta-Koch Mario auch noch ihre Küchenherrschaft gehörig ins Wanken.
Die deutsche Regisseurin Sandra Nettelbeck zelebriert in ihrem Kinodebüt Sinnlichkeit, Geschäftigkeit und Hektik der Kochkunst. Hier wird richtig gekocht und gekellnert. Selten sah man die Berufswelt der Protagonisten mit so viel Lust aufs handwerkliche Detail dargestellt. Essen und Kochen dienen im Film darüber hinaus jedoch auch als wunderbare Metaphern für Kommunikation, Hingabe und Liebe. ›Gut kochen zu können ist Kunst‹, meint die Regisseurin, ›genießen zu können ist Liebe.‹ Mit subtilem Humor und großem Einfühlungsvermögen nähert Nettelbeck die unterschiedlichen Welten der Profiköchin und des trauernden Kindes einander an, entfacht schließlich einen sanft-romantischen Geschlechterkrieg und feiert geradezu exzessiv ein Happy End. ›BELLA MARTHA‹, schreibt Claudia Lenssen in epd-Film über den Überraschungserfolg der Festivals von Locarno und Toronto, ›ist ein Plädoyer für Gefühle, für den harmonischen Ausgleich zwischen professioneller Spitzenleistung und dem großen Rest, der Glück und Erfüllung bedeutet.‹ Neben Martina Gedeck als unduldsame Kochkünstlerin brilliert in dieser bewegenden Komödie der italienische Star Sergio Castellitto.
www.bellamartha.de

Der Film lief zuletzt am 31.08.2008.

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