ATLANTIC DRIFT

LA DÉRIVE DE L´ATLANTIC

Österreich/Frankreich 2001; Regie: Michel Daeron; Drehbuch: Michel Daeron; Kamera: Georges Diane; Schauspieler: Ernst Stern, Myriam Zamstag, Yaffa Kessler, Meir Feldman, Harry Hargreaves; Produzent: Knut Ogris, Lukas Stepanik; Musik: Jaques Davidovici; 88 Min., 35mm; Farbe, 88 min, franz./engl./dt.OmU
Ohne Altersbeschränkung



Mehrere tausend Menschen aus Wien und Pressburg suchen die Donau ab und lauern den raren Booten auf, die sie vor den Nazis retten können. Unter den Verzweifelten befindet sich die siebzehnjährige Ruth, die in ihrem Tagebuch die Chronik des letzten Transports der Atlantic aufzeichnet. An Bord drängen sich 2000 jüdische Flüchtlinge, die drei Monate lang auf dem Schwarzen und dem Mittelmeer in der Hoffnung umherirren, das Gelobte Land zu erreichen. Als die Atlantic schließlich im Dezember 1940 in Palästina ankommt, werden die Flüchtlinge, die sich während ihrer Fahrt Krankheit und Tod gegenübersahen, von den britischen Behörden nach Mauritius deportiert...
Das Tagebuch von Ruth Sanders stellt das erzählerische Gerüst von ATLANTIC DRIFT dar. Aus der Perspektive der damals 17-jährigen Pragerin erzählt der Film - mal leicht, mal heiter, dann tragisch - von ihrem langsamen Abdriften in die Hoffnungslosigkeit. Die Irrfahrt der Atlantic, die in idyllischer Kulisse stattfindet, ähnelt hierbei einer homerischen Odyssee, die den Kinogeher von den Gewässern der Donau über die des Mittelmeers zu jenen des Indischen Ozeans führt. "Unter diesem Gesichtspunkt", so der französische Regisseur Michel Daeron, "ist ATLANTIC DRIFT ein traumhafter Film, ein dokumentarischer Western, der von der großen Entfernung lebt, die Wien von Mauritius trennt."

Der Film lief zuletzt am 07.02.2003.

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