ALL OR NOTHING

Frankreich/Großbritannien 2002; Regie: Mike Leigh; Drehbuch: Mike Leigh; Kamera: Dick Pope; Schauspieler: Timothy Spall, Lesley Manville, Alison Garland, James Corden, Ruth Sheen; Musik: Andrew Dickson; 128 Min., 35mm; Farbe, 128 min; engl. OmU
Ohne Altersbeschränkung


Supermarkt-Kassiererin Penny und Taxifahrer Phil leben am Rande des Existenzminimums in einer tristen Hochhaussiedlung am Londoner Stadtrand. Ihr Eheleben ist Routine geworden, Alltagsfrust und Überlebenskampf ersetzen Sehnsucht und Liebe. Was bleibt, sind für Penny kleine Fluchten mit Freundinnen, für Phil Kneipenbesuche mit Kumpel. Die beiden erwachsenen, übergewichtigen Kinder wohnen immer noch bei den Eltern auf engstem Raum: die verschlossene Tochter Rachel putzt in einem Altersheim, der arbeitslose Sohn Rory hängt meist als Couch-Potato vor dem Fernseher und kompensiert seinen Frust durch Aggressivität. Als in der Folge Rory bei einer Rauferei zusammenbricht und ins Krankenhaus eingeliefert wird, zeigt der Schock heilende Wirkung: Durch den Schmerz öffnet sich Phil und zwischen den beiden verletzten Partnern kommt es zu einer vorsichtigen Annäherung.
Der britische Regisseur Mike Leigh ist bekannt für seinen präzisen Blick auf den Alltag von einfachen Menschen. Das Sichtbarmachen von Erfahrungen von normalerweise im Kino ignorierten Menschen, das ist das Ziel von Leighs realistischem Kino. Auf seiner Reise durch verwüstete Seelenlandschaften erzählt er vom Überleben in einer sozial kalten Welt, von zwei Menschen, die sich geliebt haben und vor dem Scherbenhaufen ihres Glücks stehen. Und wie schon in seinen früheren Meisterwerken (LIFE IS SWEET, SECRETS AND LIES) ist auch ALL OR NOTHING trotz aller Tristesse ein optimistischer Film - über die Kraft der Liebe und den Mut der Verzweiflung.

Der Film lief zuletzt am 20.12.2002.

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