BERLIN - DIE SINFONIE DER GROSSSTADT 2002
Deutschland 2002; Regie: Thomas Schadt; Drehbuch: Thomas Schadt; Kamera: Thomas Schadt; Musik: I. ter Schiphorst, H. Oehring; 75 Min., 35mm; S/W; 75 min Ohne Altersbeschränkung
Gibt es einen Mythos Berlin? 1927 gab Walter Ruttmann in seinem avantgardistischen Meisterwerk Berlin - Die Sinfonie der Grossstadt eine filmische Antwort auf diese Frage. In rasch aufeinanderfolgenden Schnitten und ständig wechselnden Kameraperspektiven entwarf er das Bild eines Stadtmoloch, eines Organismus aus Mensch und Maschine, dessen virtueller Tagesverlauf eine vollkommen neue Art der filmischen Stadtdarstellung eröffnete. 75 Jahre später wagte der mehrfache Grimme-Preisträger Thomas Schadt eine Neuinterpretation von Ruttmanns formalistischem Experiment. Sein Film läßt das Vorbild unschwer erkennen: Die rhythmisch komponierten Schwarzweißbilder zeigen eine Stadt der Gegensätze. Während die Menschen bei Ruttmann als verdinglichte Chiffren einer mechanisierten Arbeitswelt in Erscheinung treten, verweilt Schadt länger bei ihnen - und dennoch erscheint das heutige Berlin gesichtsloser, identitätsloser, beliebiger. Er zeigt Momentaufnahmen einer modernen Metropole, die ihren Ort erst noch finden muss.
Der Film lief zuletzt am 21.09.2004.
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