ELSEWHERE II
Österreich 2002; Regie: Nikolaus Geyrhalter; Drehbuch: (+ Recherche): Silvia Burner, Michael Kitzberger, Wolfgang Widerhofer; Kamera: Nikolaus Geyrhalter; 120 Min., 35mm,; Farbe; Teil 1: 120 min, Teil 2: 120 min; Originalfassung mit dt. Untertit Ohne Altersbeschränkung
Der Gegensatz zwischen dem ersten und dem letzten Bild des Dokumentarfilms ELSEWHERE könnte kaum größer sein: Macht der Mangel an Wasser das Leben in der Wüste seit jeher zu einer Herausforderung für Mensch und Tier, so hat die kleine Insel im Pazifik, die einem Paradies ähnelt, ein relativ neues Problem: Die globale Erwärmung, das Schmelzen der Polkappen und der dadurch verursachte steigende Meeresspiegel bedeuten eine Bedrohung für die Existenz ihrer Bewohner.
Das sind nur zwei von zwölf Episoden, die vier Stunden aus dem Leben abseits und am Rande von westlichen Zivilisationen ergeben. Jeden Monat des Jahres 2000 hat das Filmteam an einem anderen Ort der Erde verbracht. Für jede so entstandene Episode wurden 20 Minuten im Film vorgesehen, in denen Regisseur Nikolaus Geyrhalter sich auf einige wenige, manchmal nur auf einen Menschen konzentriert. 12 Momentaufnahmen, Begegnungen mit Menschen an Orten fern der urbanen Welt , in Gegenden mit extremen klimatischen Bedingungen: Wüste, Schnee, Dschungel, Eis, Berge und Meer. Menschen mit unterschiedlichen Traditionen und Sprachen. Jedes Monat eine andere Station - von Jänner bis Dezember: Niger, Finnland, Namibia, Irian Jaya/Indonesien, Grönland, Australien, Indien, Rußland, China, Italien, Kanada und Mikronesien sind die Stationen.
"Anderswo""schließt die Existenz von Funktelefonen, Traktoren und Nintendo-Computerspielen nicht aus - oder wie es im Laufe des Films formuliert wird: "Wir leben an einem abgeschiedenen Ort, aber wir können uns die Fahrzeuge der Weißen kaufen." Die Frage, wieweit die Globalisierung schon in die unterschiedlichsten Lebensräume vorgedrungen ist und was durch sie schon angerichtet wurde, zieht sich wie ein roter Faden durch den Film. Weitgehend autarke Lebensformen, wie etwa in Namibia oder China, beziehungsweise ihre fast vollständige Zerstörung, wie etwa in Kanada, bilden die beiden Pole, zwischen denen die unterschiedlichsten Formen der Koexistenz zweier Kulturen als alltägliche Praxis dargestellt werden. Diese Begegnungen und Berührungen "ursprünglicher" und moderner Welten lassen erahnen, dass die besuchten Menschen und Gegenden irgendwann von der industrialisierten Welt überrollt werden.
Der Film lief zuletzt am 06.12.2002.
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