SIA - DER TRAUM DER PYTHON
SIA - LA REVE DU PYTHON
Burkina Faso 2001; Regie: Dani Kouyaté; Drehbuch: Moussa Diagana; Kamera: Robert Millie; Schauspieler: Fatoumata Diawara, Sotigui Kouyaté, Balla Habib Dembélé, Hamadoun Kassogué, Ibrahim Baba Cissé; Produzent: Gilaizeau, Lopez, Maigne, Traore; Musik: Daniel Rousseau, Fanny Touré; 96 Min., 35mm; Farbe; 96min; bambaraOmU Ohne Altersbeschränkung
"Es ist das Privileg der Legende, zeitlos zu sein." Mit diesem Zitat führt eine Erzählstimme die ZuseherInnen in SIA ein und fordert sie auf, sich eine eigene Meinung von dem zu machen, was sie sehen werden. Was folgt, ist eine mit erdigen Farben und pittoresken Bildern auf die Leinwand gemalte Tragödie von Shakespeareschen Ausmaßen. Um der Stadt Koumbi zu Prosperität zu verhelfen, soll auf Geheiß der Priester die schöne Sia dem Schlangengott geopfert werden. Der Armeechef lässt Sias Verlobten Mamadi von der Front zurückrufen. Sia, die "Auserwählte", flüchtet und findet Unterschlupf bei Kerfa, einem Verrückten, der seine Kritik am König laut kundtut. Während der Armeechef den Sturz des Königs vorbereitet, damit Mamadi den Thron besteigen kann, wird Sia von den Häschern des Königs gefunden und für die Opferung vorbereitet. Am Ende baut auch der neue König seine Macht auf derselben Lüge auf wie sein Vorgänger ...
SIA - LE REVE DU PYTHON greift auf eine westafrikanischen Legende zurück, um eine universelle Fabel über Macht und Machtmissbrauch zu erzählen. Der aus Burkina Faso stammende Regisseur Dani Kouyaté vereint in seinem mit farbenprächtigen Bildern erzählten Film theatralische und filmische Momente mit der oralen Tradition seiner Heimat: "Ich knüpfe an die Bürgerkriege an, die Afrika ausbluteten, aber ich möchte darüber hinaus gehen und ein für alle mal die Gründe nicht in der Sklaverei und im Kolonialismus suchen, sondern unsere eigenen Urmythen befragen, die nicht wenige gefährliche totalitäre Züge feiern." Beim diesjährigen panafrikanischen Festival in Ouagadougou wurde SIA - LE REVE DU PYTHON mit dem "Spezialpreis der Jury" sowie dem "Preis der EU" ausgezeichnet.
www.sialefilm.com
Der Film lief zuletzt am 31.10.2002.
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