LUCIA UND DER SEX
LUCIA Y EL SEXO
Spanien 2001; Regie: Julio Medem; Drehbuch: Julio Medem; Kamera: Kiko de la Rica; Schauspieler: Paz Vega, Trisán Ulloa, Naiwa Nimri, Daniel Freire, Elena Anaya; Musik: Alberto Iglesias; 128 Min., 35mm: Farbe; 128 min; span.OmU Ohne Altersbeschränkung
Der spanische Regisseur Julio Medem ist ein Meister in der Choreografie wundersamer Begegnungen. Wie sich Mann und Frau treffen, sich finden und sich gegenseitig zu Lebensgeschichten inspirieren, davon handeln fast alle seine Filme - von DAS ROTE EICHHÖRNCHNEN bis hin zu seinem letzten Film DIE LIEBENDEN DES POLARKREISES. Ein solch schicksalhaftes Aufeinandertreffen steht auch im Zentrum von Medems neuestem Werk - LUCIA Y EL SEXO. Die Kellnerin Lucia begegnet dem Schriftsteller Lorenzo, in den sie sich wegen seines Romans verliebt. Eine Liebeserklärung in seinem Stammcafé, ein kurzes Gespräch, und schon hat sie Lorenzo davon überzeugt, sich auch in sie zu verlieben. Sie gehen tanzen, sie gehen miteinander ins Bett, sie zieht bei ihm ein. Als sie eines Nachts heimkommt, findet sie eine Abschiedsnotiz des an Schuldgefühlen und Depressionen leidenden Lorenzo. Die Spurensuche nach dem verschwundenen Geliebten führt sie auf eine namenlose Insel voller merkwürdiger Leuchttürme und geheimnisvoller Löcher. Dort lernt sie Elena und Carlos kennen und findet in deren Haus Zuflucht. Ohne dass sie es wissen, haben alle eine geheime Verbindung zu Lorenzo. Je mehr Lucia über die beiden erfährt, desto mehr wird sie an das Manuskript erinnert, das Lorenzo ihr vor seinem Verschwinden zum Lesen anvertraut hat. Es ist die Geschichte einer Reise in eine dunkle Vergangenheit, einer Reise, die offensichtlich Schuld an Lorenzos Depression trug. Immer mehr beginnen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion sich zu verwischen... .
Julio Medems Filme sind geprägt von einer Stimmung voller Melancholie und Sehnsucht, voller erotischem Suspense und - bei aller Tiefgründigkeit - auch von einem Hauch schrägem Humor. Was die Inszenierung der Erotik betrifft, so präsentiert sich der Spanier in LUCIA Y EL SEXO so freizügig und direkt wie noch nie. Medem entfaltet sein Labyrinth der Passionen in allen Variationen - lustvoll, verspielt, schmutzig und auch bedrohlich. Auch eine Mopedfahrt auf einer Insel wird hier zu einem lasziven Ereignis. Medem hat den Film mit einer ultramodernen High-Definition-Kamera gedreht, deren Bilder das Fließende, auch die beinahe blendende Helle des Films verstärken. "Man muss an Medems Film die Präsenz der Gesichter und Körper bewundern", urteilt die Süddeutsche Zeitung, "sowie die Raffinesse, mit der hier verschlungene Plots entwickelt und ganz naiv starke Symbole ins Spiel gebracht werden. Die Leichtigkeit, mit der Medem vom Komplizierten zum Simplen wechselt, das macht die Faszination, das Glück dieses Films aus."
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Der Film lief zuletzt am 19.07.2003.
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