DER PIANIST

THE PIANIST

Deutschland/Frankreich/Niederlande/Polen/Großbritannien 2002; Regie: Roman Polanski; Drehbuch: Ronald Harwood, Wladyslaw Szpilman; Kamera: Pawel Edelman; Schauspieler: Adrien Brody, Thomas Kretschmann, Frank Finlay, Maureen Lipman, Ed Stoppard, Daniel Caltagirone, Emilia Fox; Produzent: Benmussa, Burrill, Gutowski u.a.; Musik: Wojciech Kilar, Frederic Chopin; 148 Min., 35mm; Farbe; 148 min; engl./dt./russ.OmU
Ohne Altersbeschränkung



Der 68-jährige Regisseur Roman Polanski (ROSEMARIES BABY, CHINATOWN, FRANTIC) überlebte als Kind selbst das Krakauer Ghetto und die Bombardierung Warschaus. Seine Mutter starb in Auschwitz, sein Vater überlebte das KZ Mauthausen. "Ich war mir immer sicher", so der Regisseur, "dass ich eines Tages einen Film drehen würde, der sich mit der dunkelsten Phase der polnischen Geschichte auseinandersetzt, aber ich wollte nicht, dass es ein autobiografischer Film wird." In der Autobiografie des polnisch-jüdischen Pianisten Wladyslaw Szpilman fand Polanski schließlich den idealen Stoff, um auch seine Kindheits-
erinnerungen wieder aufleben zu lassen.
Der Leidensweg des Pianisten Wladyslaw Szpilman beginnt 1939 mit dem deutschen Angriff auf Polen. Die gebildete und wohlhabende Familie des Pianisten bleibt von den entwürdigenden Maßnahmen gegen die jüdische Bevölkerung nicht verschont. Ein folgenschweres Dekret des Naziregimes bereitet daraufhin den finalen Schlag gegen die polnische Juden vor: Sie alle haben sich in einem engen und durch eine Mauer vom Rest der Stadt abgetrennten Bezirk zu begeben, das Warschauer Ghetto. 1942 wird die Familie Szpilman endgültig getrennt, nur der spontane Einsatz eines jüdischen Ghettopolizisten rettet Wladyslaw vor den Todeszügen. Wladyslaw Szpilman bleibt allein zurück - allein zwischen den Koffern der Abtransportierten, allein zwischen den Leichen der Aufständischen, allein in völlig ausgebombten Strassen. Ausgerechnet in einer Villa, die ein Stab deutscher Militärangehöriger als Hauptquartier eingerichtet hat, versteckt sich Szpilman auf dem Dachboden. Aber er wird entdeckt. Und dann geschieht zum ersten Mal in diesen Jahren voller Entbehrung und Angst, voller Leid und Trauer etwas Überraschendes: Der Deutsche hilft dem Juden...
DER PIANIST, betont Polanski in Interviews stets, sei sein persönlichster Film geworden. Polanski erzählt die wahre Geschichte vom Pianisten Szpilman und dessen Überleben im Warschauer Ghetto ganz unprätentiös und unaufdringlich. Er zeichnet das gewaltige Leidenspanorama mit feinen Strichen, ganz entsprechend der stillen Figur des Künstlers. Der Film verliert sich nicht in großen, dramatischen Gesten - und ist gerade dadurch extrem wirkungsvoll. "Alles sollte so realistisch wie möglich wirken", bekräftigt Polanski, "der Film sollte sich in nichts der üblichen Hollywood-Machart annähern."
"Mit seiner feinen, aber doch mächtigen Erzählkraft", so ein Kritiker, "überwindet DER PIANIST jeden walsernden Holocaust-Überdruß". Bei den heurigen Filmfestspielen von Cannes wurde der Film mit der "Goldenen Palme" ausgezeichnet.
www.lepianiste-lefilm.com

Der Film lief zuletzt am 15.02.2004.

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