ACHT FRAUEN
8 FEMMES
Frankreich 2002; Regie: Francois Ozon; Drehbuch: Francois Ozon, Marina de Van (nach einem Bühnenstück von Robert Thomas); Kamera: Jeanne Lapoirie; Schauspieler: Catherine Deneuve, Isabelle Huppert, Emmanuelle Béart, Fanny Ardant, Virginie Ledoyen, Danielle Darrieux, Ludivine Sagnier, Firmine Richard; Musik: Krishna Levy; 103 Min., 35mm; Farbe; 103 min; franz.OmU Ohne Altersbeschränkung
Frankreich in den 50ern. Eine Großfamilie aus acht Frauen kommt in einem abgelegen-verschneiten Landhaus in der französischen Provinz zusammen, um gemeinsam mit dem einzigen Mann im Haushalt Weihnachten zu feiern. Doch anstatt der trauten Bescherung findet man das Familienoberhaupt ermordet unter dem Weihnachtsbaum. Telefon und Auto werden von der vermeintlichen Mörderin beschädigt, der Wind geht eisig, die Frauen sind eingeschlossen. Ein Krimi à la Agatha Christie nimmt in einem Melodram à la Douglas Sirk seinen Lauf. Catherine, Tochter des Ermordeten und eine leidenschaftliche Krimi-Leserin, nimmt die Ermittlungen auf. Wer wars? Die kühl-elegante Ehefrau? Das kokette Dienstmädchen? Die frustriert-reizbare Schwägerin? Oder doch die mondäne Schwester des Toten, eine ehemalige Nackttänzerin und Intimfeindin der Hausherrin? 8 Frauen, jede ist verdächtig, jede hat ein Motiv, jede birgt ein Geheimnis, aber nur eine von ihnen ist schuldig...!
Mit Filmen wie SITCOM, der Fassbinder-Adaption TROPFEN AUF HEISSEN STEINE und zuletzt UNTER DEM SAND hat sich Francois Ozon als einer der vielseitigsten und vielversprechendsten französischen Regisseure der vergangenen Jahre etabliert. Mit 8 FEMMES präsentiert der junge Regisseur nun eine wunderbare Hommage an acht Diven der französischen Schauspielkunst. Angeführt von Catherine Deneuve, Fanny Ardant, Isabelle Huppert und Emmanuele Béart liefern sich die Damen in ihren prachtvollen Kostümen der 50er Jahre eitle Intrigen und hysterische Ausbrüche und erfreuen sich an fantasievollen Masken- und Machtspielen. Ozon lässt seine acht Frauen jedoch nicht nur intrigieren, sondern sie dürfen auch tanzen und vor allem auch singen - wunderbare Chansons der 50er Jahre. Die Gesten der Schauspielerinnen sind hierbei oft bewusst übertrieben: Jeder Auftritt auf der melodramatisch geschwungenen Innentreppe der Villa ist eine Erhöhung oder aber ein Sturz ins Bodenlose. Genussvoll zeigt Ozon seine Frauen - gleichsam wie in einer Zusammenfassung der schönsten weiblichen Kinoheldinnen - in allen Variationen: als Schöne des Tages, als schöne Querulantin oder aber am Rande des Nervenzusammenbruchs. Hemmungslos und gekonnt zitiert der Regisseur hierfür die Filmgeschichte(n) - von Alain Resnais' ON CONNAIT LA CHANSON über Jacques Demys' DEMOISELLES DE ROCHEFORT bis hin zu George Cukors' THE WOMEN.
"Hitchcock", schrieb die TAGESZEITUNG über diesen Film, "hätte seine Freude gehabt. 8 FRAUEN ist ein Krimi, Screwball-Comedy, Musical und Melodrama in einem." Und epd-FILM urteilte: "So viel schöner Schein, so viel funkelnde Oberfläche und Spielfreude war lange nicht im Kino." Bei der diesjährigen Berlinale wurde 8 FRAUEN mit dem Silbernen Bären für die herausragende Leistung des Schauspielerensembles ausgezeichnet.
Der Film lief zuletzt am 15.06.2006.
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