DAS WEISSE RAUSCHEN

Deutschland 2001; Regie: Hans Weingartner; Drehbuch: Hans Weingartner; Kamera: Toby Amann, Matthias Schellenberg; Schauspieler: Daniel Brühl (Lukas), Anabelle Lachatte (Kati), Patrick Joswig (Jochen), Michael Schütz (Psychiater), Ilse Strambowski (Kinobesitzerin), Katharina Schüttler (Lukas' Date), Karl Dangullier (Jesus); Produzent: Cameo Film und Fernsehproduktion; 110 Min., 16mm; Farbe; 110 min, OF
FSK 14



Lukas ist 21, liebenswert, sensibel und lebenshungrig. Als er nach Köln in die WG seiner älteren Schwester Kati zieht, hat er das sichere Gefühl: Jetzt fängt das Leben an. Zusammen mit Kati und deren Mitbewohner Jochen stürzt er sich voller Begeisterung in das Nachtleben. Doch nach einem Drogentrip mit psychedelischen Pilzen beginnt Lukas plötzlich Stimmen zu hören. Die Stimmen werden zunehmend lauter. Sie verfolgen ihn immer aufdringlicher, bedrohen und beschimpfen ihn. Verzweifelt versucht Lukas, den Ursprung der Stimmen zu ergründen. Er entwickelt einen Plan zur Abwehr, führt Protokolle und baut gar einen Apparat zur Stimmenanalyse. Als Lukas sich schließlich - getrieben von den Stimmen - aus dem Fenster stürzt, lässt sich der Ernst der Lage nicht mehr verdrängen: Lukas braucht Hilfe. ‚Paranoide Schizophrenie' lautet die Diagnose der Ärzte in der psychiatrischen Klinik. Nun beginnt für Lukas der Kampf gegen das Chaos in seinem Kopf. Am Ende seiner Reise, die ihn bis an die spanische Atlantikküste führt, scheint Lukas schließlich etwas gefunden zu haben, das aus dem Wahnsinn herausführen könnte: das weiße Rauschen...!
DAS WEISSE RAUSCHEN ist das beeindruckende Regiedebut des 32-jährigen, in Vorarl-
berg geborenen Regisseurs Hans Weingartner. Im Unterschied zu anderen Kinofilmen, deren Beitrag zum Thema ‚Schizophrenie' sich meist auf eine effektvolle Inszenierung psychopathischer Serienkiller oder wahnwitziger Genies beschränkt, erzählt Hans Weingartner seine Geschichte vom Abgleiten eines jungen Menschen in die Schizophrenie auf sehr authentische Weise. "Mich hat es interessiert", so der Regisseur, "ein wahrhaftiges Bild von der Krankheit, von ihren Auswirkungen auf die Erkrankten und ihre Umgebung zu schaffen." Ein irritierender Stimmen-Soundtrack sowie eine entfesselte (Digital)Kamera, welche - in Dogma-Manier - auf dem Boden umherkriecht, Kreise zieht, und immer wieder aus den Fugen gerät, ziehen den Zuseher hierbei immer tiefer in die verstörende Welt seines Protagonisten hinein: Der zunehmenden Verwirrung im Kopf des von Daniel Brühl großartig verkörperten jungen Mannes entspricht in der Folge eine subjektiv entfesselte Bilderwelt, der die Wirklichkeit immer mehr abhanden kommt. "Genial! Ein Abschlussfilm (an der Kölner Hochschule für Medien) und schon eine Meisterleistung, ein realitätsnaher Problemfilm und doch expressive Ausschweifung", urteilte begeistert Dietrich Kuhlbrodt in epd-film über den Film. DAS WEISSE RAUSCHEN wurde bereits mehrfach ausgezeichnet - u.a. mit dem Max-Ophüls-Preis sowie mit dem Deutschen Nachwuchspreis für die beste Regie.
www.dasweisserauschen.de

Der Film lief zuletzt am 23.04.2004.

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