IN THE BEDROOM
USA 2001; Regie: Todd Field; Drehbuch: Rob Festinger, Todd Field; Kamera: Antonio Calvache; Schauspieler: Sissy Spacek, Tom Wilkinson, Nick Stahl, Marisa Tomei; Musik: Thomas Newman; 138 Min., 35 mm; Farbe, 138 min; engl. OF FSK 14
IN THE BEDROOM beginnt mit einer sommerlichen Idylle: Zwei junge Liebende laufen über die Wiese, lassen sich ins Gras fallen und küssen sich. "Ich kann spüren, dass ich lebe", meint die Frau. Doch die Idylle trügt. Denn die frische Liebe zwischen Frank und der ein wenig älteren Natalie hat ein Problem - und dieses taucht in Gestalt des gewalttätigen Noch-Ehemanns Richard immer wieder überraschend bei Barbecue-Partys oder im ehemaligen Heim auf . Und auch wenn sich das Unheil bereits angekündigt hat, so können es die Beteiligten dann doch kaum fassen, als bei einem solchen Überraschungsbesuch der Noch-Ehemann seinen Rivalen tötet. Der Film widmet sich in der Folge fast ausschließlich dem Umgang von Franks Eltern mit der Katastrophe. Unfähig, über ihre Wut und Trauer zu sprechen, entfremden sie sich zunehmend voneinander. IN THE BEDROOM, Todd Fields eindrucksvolles Debut als Regisseur, ist gleichsam die Antithese zum gängigen Hollywood-Kino. In langen Einstellungen und geprägt von einem bedächtigen Rhythmus entwirft der Regisseur Szenen einer Ehe, die durch den Verlust des Kindes zu scheitern droht. Ähnlich wie in Nanni Morettis DAS ZIMMER MEINES SOHNES, der auf ähnliche Weise von der Schwierigkeit zu trauern erzählt, dominieren nicht Hysterie, Tränen oder Rührseligkeit dieses Psychodrama, sondern ein so unprätentiöser wie genauer Blick auf die Wunden der Protagonisten. In den USA avancierte dieser Independent-Film zu einem überraschenden Kassenerfolg, dessen künstlerische Qualität mit Darstellerpreisen in Sundance, "Golden Globes" sowie fünf Oscar-Nominierungen bedacht wurde.
Der Film lief zuletzt am 02.08.2002.
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