JEDERMANNS FEST
Österreich 2000; Regie: Fritz Lehner; Drehbuch: Fritz Lehner; Kamera: Gernot Roll, Wolfgang Treu; Schauspieler: Klaus Maria Brandauer, Juliette Gréco, Sylvie Testud, Redbad Klynstra, Veronika Lucanska, Alexa Sommer, Susan Lynch, Piotr Wawrzynczak, Otto Tausig; Musik: Peter Ponger; 173 Min., Super 35mm; Farbe; 173 min, OF Ohne Altersbeschränkung
Fritz Lehners JEDERMANNS FEST ist nicht nur der teuerste österreichische Film der Nachkriegszeit, sondern wohl auch jener mit der aufregendsten Produktionsgeschichte. Die Dreh-
arbeiten zu diesem Film begannen bereits im Jahr 1996, auf Grund des schier endlosen Konflikts zwischen Regisseur, Produzent und den heimischen Förderungsstellen wurde das Projekt jedoch immer wieder unterbrochen, drohte bisweilen gar zu scheitern und konnte erst im vergangenen Jahr doch noch fertig gestellt werden.
Fritz Lehners JEDERMANNS FEST spielt in der Gegenwart und zeigt einen Menschen, der, mitten im prallen Leben stehend, mit einem Ende konfrontiert wird, wie es jederzeit jedermann passieren kann. Ein Fest des überaus erfolgreichen Modeschöpfers Jan Jedermann, das an einem Herbstvormittag beginnt und erst am nächsten Morgen endet, wird unvorhergesehen zu seinem Abschiedsfest, bei dem seine verzweifelten Bemühungen um den Sinn des Lebens und die Angst vor dem Tod zu seinem Drama werden. JEDERMANNS FEST wirft die großen Fragen des Lebens auf, die heute mehr denn je tabuisiert werden. Fritz Lehner - Regisseur von Filmen wie SCHÖNE TAGE oder dem Schubert-Epos MIT MEINEN HEISSEN TRÄNEN - hat mit seinem Film jedoch nicht ein gefälliges heimisches Vorzeigeprodukt für den internationalen Kinomarkt geschaffen, sondern einen Film inszeniert, der vielmehr oberflächliche Fassaden niederreißt, um dahinter liegende Desolationen sichtbar zu machen.
"Im österreichischen Spielfilm der letzten Jahrzehnte", urteilte "Der Standard", "gibt es nur wenige ebenbürtige Arbeiten!" Herausragend ist vor allem die schauspielerische Leistung von Klaus Maria Brandauer, der ja bekanntlich auch auf dem Salzburger Domplatz bereits den Jedermann gespielt hat. "Brandauer beschenkt diesen Film mit einer großartig reduzierten Performance. Vor dreißig Jahren hätte vielleicht Oskar Werner Vergleichbares geboten!" (Claus Philipp).
Der Film lief zuletzt am 09.08.2002.
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