DER KAISER UND SEIN ATTENTÄTER

JING KE CI QIN WANG

China/Japan/Frankreich 1999; Regie: Chen Kaige; Drehbuch: Wang Peigong; Kamera: Zhao Fei; Schauspieler: Gong Li, Zhang Fengyi, Li Xuejian, Sub Zhou, Che Kaige; Musik: Jiping Zhao; 163 Min., 35mm; Farbe, 163 min; DF
Ohne Altersbeschränkung



Chen Kaiges Filme stecken die chinesische Geschichte immer wieder auf ihre allegorischen Wendepunkte hin ab. In LEBEWOHL, MEINE KONKUBINE tötete die Kultur-
revolution die Oper und DER VERFÜHRERISCHE MOND führte in die 20er Jahre, als das Opium den Todeskampf des Kaiserreichs linderte. Mit DER KAISER UND SEIN ATTENTÄTER, dem aufwendigsten und teuersten asiatischen Film aller Zeiten, rekonstruiert Chen Kaige nun den schmerzvollen Gründungsprozess seiner Heimat. Man schreibt das Jahr 230 v. Chr.. Noch ist das spätere China in sieben Königreiche gespalten. Doch Ying Zheng, der König von Qin, hat eine Vision: Er will die anderen sechs Provinzen unterwerfen und als Kaiser über ein vereintes Imperium herrschen. Lady Zhao, Ying Zhengs Konkubine seit seiner Jugendzeit, unterstützt den Traum ihres Königs. Doch im Gegensatz zu diesem versucht sie, unnötiges Blutvergießen zu vermeiden. Der Wille zur Macht, die Staatsraison und die Entdeckung des dunklen Geheimnisses seiner Herkunft lassen den König sämtliche Hindernisse immer brutaler aus dem Weg räumen. Zuletzt kehrt sich Lady Zhao schließlich gegen ihren ehemaligen Geliebten und schmiedet mit dem Prinzen von Yan ein Komplott gegen ihn: Ein Attentäter, der ursprünglich nur einen fingierten Mordanschlag auf den König hätte verüben sollen, soll diesen nun wirklich beseitigen.
Chen Kaige, der eigentlich einen Ruf als Autorenfilmer genießt, hat mit diesem Film ein gewaltiges Historiengemälde geschaffen, dessen Figuren dennoch nicht Helden-Symbole, sondern Menschen mit Hoffnungen, Träumen und Fehlern sind. DER KAISER UND SEIN ATTENTÄTER ist eine Parabel, die die Geschichte Chinas bis heute weitererzählt - eine lehrreiche und endlose Geschichte der Gewalt.
In Cannes wurde dieses "Augenereignis" (FAZ) im Jahr 1999 mit dem "Großen Preis der Technik" ausgezeichnet.

Der Film lief zuletzt am 19.07.2002.

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