TANGUY - DER NESTHOCKER
TANGUY
Frankreich 2001; Regie: Etienne Chatiliez; Drehbuch: Laurent Chouchan, Etienne Chatiliez; Kamera: Philippe Welt; Schauspieler: Sabine Azéma, André Dussolier, Eric Berger, Helene Duc, Aurore Clement, Jean-Paul Rouve, André Wilms; Produzent: Charles Gassot; Musik: Pascal Andreacchio; 108 Min., franz.OmU Ohne Altersbeschränkung
Tanguy ist 28 Jahre alt und diplomierter Philosoph. Ganz nebenbei hat er einen Abschluss in Japanologie gemacht und ist gerade dabei, sein Studium der Sinologie mit einer Dissertation zu krönen. Eigentlich ist Tanguy ein bestens geratener Sohn, der über Intelligenz, Charme und gutes Aussehen verfügt. Das einzige Problem: Tanguy wohnt noch bei seinen gut situierten Eltern - und er ist fest entschlossen, sich die Privilegien seiner komfortablen Existenz auch weiterhin zu erhalten. Doch nicht nur die ständig wechselnden jungen Frauen an ihrem Frühstückstisch gehen seinen Eltern auf die Nerven, sondern es ist Tanguy selbst, dessen Anwesenheit sie immer weniger ertragen. Zur Gegenwehr entschließen sich Mama und Papa schließlich bei der Erkenntnis, dass Marcel Proust mit 35 Jahren sein Leben bei den Eltern erst aufgab, als diese gestorben waren. So folgt eine Reihe übler Machenschaften, die darauf abzielen, dem Sohn das Leben in der elterlichen Wohnung zur Hölle zu machen. Doch der in fernöstlicher Gelassenheit geübte Sprössling beweist viel Geduld. Zermürbt vom täglichen Kleinkrieg gegen ihren Sohn, ruft das Ehepaar schließlich die Justiz zu Hilfe - und erlebt eine böse Überraschung!
Mit seinen Filmen DAS LEBEN IST EIN LANGER RUHIGER FLUSS, TANTE DANIELE und DAS GLÜCK LIEGT AUF DER WIESE zählt Etienne Chatiliez zu den großen Satirikern des französischen Kinos. Den Stoff für seine Komödien findet Chatiliez hierbei vor allem im familiären Unfrieden. Ausgangspunkt für TANGUY war eine Zeitungsnachricht, der zufolge eine italienische Mutter gegen ihren 31-jährigen Sohn prozessierte, um diesen endlich zum Verlassen des mütterlichen Haushalts zu bewegen. Ein idealer Kino-Stoff also für einen familiären Grabenkrieg. Etienne Chatiliez gestaltet diesen erwartungsgemäß in pechschwarzer Manier. Seine Komik verdankt diese "Frontalattacke auf spießige Scheinheiligkeit" (Blickpunkt Film) vor allem auch seinen DarstellerInnen, allen voran Sabine Azéma als psychosomatisch geplagte Mutter, André Dussollier als lässig-bourgeoiser Vater und Eric Berger als charmant-selbstgefälliger Nesthocker. Mit 3,5 Millionen Zuschauern avancierte TANGUY in Frankreich zu einem riesigen Publikumserfolg. www.tanguy.de
Der Film lief zuletzt am 09.08.2002.
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