FILMABEND MIT VIRGIL WIDRICH
Österreich 2000; Regie: Virgil Widrich; 180 Min. Ohne Altersbeschränkung
An diesem Abend zeigt Virgil Widrich seinen vielfach international preisgekrönten und für den Oscar 2002 nominierten Kurzfilm COPY SHOP. Weiters präsentiert der Salzburger Filmemacher zwei Kurzfilme seiner Wahl sowie einige seiner Filme, darunter Kurzfilme sowie seinen ersten Spielfilm HELLER ALS DER MOND (Preis für des beste Drehbuch Salzburg). Virgil Widrich führt persönlich durch den Abend. Kurzfilme von Peter Tscherkassky OUTER SPACE Peter Tscherkassky; A 1999; 35mm; 10min; ohne Dialog. Die Ahnung eines Horrorfilms, lauernde Gefahr: Ein Haus, nachts, eine junge Frau setzt sich langsam in Bewegung, auf das Gebäude zu, und betritt es: Gefundenes Material. Die Gestalt, die durch die Bilder schleicht, heißt Barbara Hershey. Tscherkasskys dramatisches Recycling, die Neuabtastung und Umbelichtung des Materials schiebt die Bilder und die Räume ineinander, entzieht dem Betrachter jeden Boden und spaltet die Gesichter, wie im bösen Traum. DREAM WORK Peter Tscherkassky; A 2001; 35mm; 11min. Im abschließenden Teil seiner Trilogie (nach L´ARRIVÉE und OUTER SPACE) demonstriert Peter Tscherkassky, wie man das „Unbewußte“ eines amerikanischen Horrorfilms erlebbar macht. Der virtuose Bildertanz legt in zahlreichen Überblendungen Schicht um Schicht flackernde Nachtbilder frei, um im Finale über die - filmische - Traumarbeit an sich zu reflektieren. Kurzfilme von Virgil Widrich AUCH FARBE KANN TRÄUMEN Virgil Widrich; A 1981; Super-8-mm/35mm blow-up; 12min. Zeichentrickfilm des damals 13jährigen Virgil Widrich über einen Mann und einen kleinen Wurm auf der Flucht vor der Umweltzerstörung. MONSTER IN SALZBURG Virgil Widrich; A 1982; Super-8-mm/35mm blow-up; 12min. Ein gigantisches Insektenmonster verwüstet Salzburg. Ein ödipales Drama. TX-TRANSFORM Virgil Widrich, Martin Reinhart; A 1998; 35mm; Cinemascope; Schwarzweiß; 5min. Kamera: Theo Ligthart; Musik + Sounddesign: Hermann Langschwert; mit:: Enrico Jakob, Heinrich Kröncke, Florian Ladstätter, Hans Reisinger, Horst Mayer, Tommy Reisinger. TX-TRANSFORM bedient sich einer Filmtechnik, welche die Zeit- (t) und die Raumachse (x) im Film miteinander vertauscht. Gegenstände im Film werden nicht mehr als Abbild eines konkreten Vorhandenseins definiert, sondern als Zuständlichkeit in der Zeit. Inspiriert von Russells Gleichnis verdichtet TX-TRANSFORM die inhaltliche und technische Übereinstimmung von relativitätstheoretischer Sicht und tx-transformation zu einem kurzen filmischen Alptraum über Eisenbahnen, Raum und Zeit. COPY SHOP Ocar-nominert Virgil Widrich; A 2001; 35mm; 12min.; mit: Johannes Silberschneider, Elisabeth Ebner-Haid; Kamera: Martin Putz; Musik und Sounddesign: Alexander Zlamal; Digitale Effekte/Compositing: Regine Müller, Ronald Anzenberger, Markus Gasser. Ein Mann arbeitet in einem Copy Shop und vervielfältigt sich solange, bis die ganze Welt nur mehr aus ihm besteht. COPY SHOP besteht aus ca. 18.000 fotokopierten Digitalfilmkadern, die am Tricktisch animiert und in 35mm abgefilmt wurden. »Eine intelligente und groteske Metapher über die Routine des täglichen Lebens und das Verlangen nach Individualität. (Jury des Int. Kurzfilm Festival Hamburg) »Es war ein ungeheurer Erfolg. Das Publikum war überwältigt.« (Museum of Modern Art, 13.6.2001) Eine skurrile Endlosschleife, die sich anschickt, die Welt zu verschlingen.« (Blimp, März 2001) »Witz und Besessenheit treffen einander in dieser Viertelstunde des virtuosen Wahnsinns.« (SN, 3.1.2001) »Die wahrscheinlich erstaunlichste Neuentdeckung war ein zwölfminütiger Kurzfilm des jungen österreichischen Regisseurs Virgil Widrich. Der Film besteht aus 18.000 fotokopierten Kadern, wodurch man weder strikt von Realfilm noch von Animationsfilm sprechen kann, und das verschwommene Schwarz-Weiß erweckt den Eindruck, als handle es sich um einen verlorenen Murnau-Film.« (Guardian, 3.2.2001) HELLER ALS DER MOND Europa 2000; Regie: Virgil Widrich; Buch: Virgil Widrich, Enrico Jakob; Kamera: Martin Putz; Musik: Alexander Zlamal; mit: Christopher Buchholz, Lars Rudolph, Piro
Der Film lief zuletzt am 10.05.2002.
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