IRGENDWO DAZWISCHEN
Österreich 2002; Regie: Mario Jandrokovic, Hermann Peseckas, Ulrike Ramsauer; Drehbuch: Mario Jandrokovic, Hermann Peseckas, Ulrike Ramsauer; Kamera: Hermann Peseckas; Produzent: Studio West; 60 Min. Ohne Altersbeschränkung
Literaturschaffende und KünstlerInnen reagierten auf den Krieg am Balkan und auf die gesellschaftlichen und politischen Veränderungen, die den Zerfall Jugoslawiens in Nationalstaaten begleiteten, in sehr unterschiedlicher Weise. Der aufkeimende Nationalismus, der im Prozeß dieser Umgestaltung sichtbar wurde, spaltete die Intellektuellenszene, einige wenige prangerten die Propaganda ihrer Regierungen öffentlich an und verließen in der Folge ihre Länder fluchtartig. Auch die Tatsache, daß die Literaturproduktion in dem ökonomischen und politischen Umfeld der Nachkriegsgesellschaft unmöglich geworden war, beschleunigte den Weg für die Emigration in europäische Städte. "You are...irgendwo dazwischen.", treffend beschreibt Dragan VELIKIC in dieser Filmdokumentation den Schwebezustand, der allen gemeinsam ist, das Leben an zahllosen provisorischen Stationen in einem anderen Sprachumfeld. Jenseits gängiger Klischees von Exil bahnt sich der Film den Weg zwischen alten, zurückgelassenen und neuen Lebensräumen, Serbisch, Kroatisch und Bosnisch, zwischen Englisch und Deutsch. Marusa KRESE ist ob ihrer Kritik am slowenischen Nationalismus arbeitslos geworden und tauschte Ljubljana gegen Berlin. Zijah SOKOLOVIC aus Sarajevo kehrt nun von Österreich aus in jene Theater zurück, die er als Unperson verlassen musste. Den Belgrader Dragan VELIKIC hat das Schicksal seiner durch Mitteleuropa nomadisierenden Romanhelden ereilt und Dubravka UGRESIC geriet ins Kreuzfeuer einer chauvinistischen Hexenjagd. Der Autor Filip DAVID und der Verleger Nenad POPOVIC dagegen stehen für diejenigen, die dageblieben sind in intellektuell verarmten Metropolen wie Belgrad beziehungsweise Zagreb.
Der Film lief zuletzt am 06.05.2002.
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