KOYAANISQATSI

USA 1982; Regie: Godfrey Reggio; Kamera: Ron Fricke; Schauspieler: Schnitt: Alton Walpole, Ron Fricke, Anne Miller; Musik: Philip Glass; 87 Min.
Ohne Altersbeschränkung

Es ist wohl kein Zufall, dass ausgerechnet in jenem Jahrzehnt, in welchem der Glaube an den - kapitalistischen - Fortschritt besonders stark ausgeprägt war und auch in Hollywood seinen Niederschlag fand (WALLSTREET), ein Film in die Kinos kam, der einen Abgesang auf die neuzeitlichen Ausformungen der westlichen Zivilisation formulierte. KOYAANISQATSI, vor mittlerweile rund 20 Jahren vom ehemaligen Priesteranwärter Godfrey Reggio inszeniert, zeigt in atemberaubendem Zeitraffer Aufnahmen von nordamerikanischen Naturräumen, von urbar gemachten Landschaften und schließlich vom Moloch Großstadt mit seiner Massenabfertigung der Menschen. Ziel dieser filmischen Meditation, die ganz ohne gesprochene Worte auskommt, ist es, vor einer entstellten Gesellschaft zu warnen und zur Rückkehr zu einer Kultur aufzurufen, die humanes und vernunftmäßiges Handeln einschließt.
KOYAANISQATSI verdankt sein Ansehen als Kultfilm vor allem seiner einzigartigen Montage von Bildern und Musik. Die rauschhafte Wirkung, die er beim Betrachter hierbei hinterlässt, verdankt der Film neben dem Fluss imposanter Bilder vor allem dem unendlich suggestiven Soundtrack von Philip Glass. Die Bilder dieses Films werden sozusagen von Philip Glass' repetitiven und sogartigen Klangformationen gesteigert, kommentiert sowie meditativ erlebbar gemacht. In der Glass'schen Minimalmusik findet der Endloscharakters der zyklischen Natur, die der Film etwa in Wolkenbewegungen, im Verkehrsfluss oder in der Fließbandarbeit zeigt, seine ideale musikalische Entsprechung. "Die musikalische und atmosphärische Verdichtung, die Philip Glass mit KOYAANISQATSI glückte", ist Musikwissenschaftler Alexander Isert überzeugt, "hat er in keiner seiner nachfolgenden Filmmusiken wieder erreicht."
www.koyaanisqatsi.com

Der Film lief zuletzt am 02.07.2004.

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