THE ROYAL TENENBAUMS

USA 2001; Regie: Wes Anderson; Drehbuch: Wes Anderson, Owen Wilson; Kamera: Robert Yeoman; Schauspieler: Gene Hackman, Anjelica Huston, Ben Stiller, Gwyneth Paltrow, Luke Wilson, Owen Wilson; Produzent: Wes Anderson, Barry Mendel, Scott Rudin; Musik: Mark Mothersbaugh; 108 Min., 35mm; Farbe, 108 min, engl. OmU
FSK 6



Wes Anderson, der hier zu Lande erstmals mit seiner schrulligen Komödie RUSHMORE für Aufsehen erregt hat, zählt mit Cameron Crowe zu jenen jüngeren US-Regisseuren, deren Inszenierungsweise zum einen geprägt ist von einer großen Liebe für Popkultur und zum anderen von einem zwischen Komik und Melancholie pendelnden Tonfall. In THE ROYAL TENENBAUMS präsentiert Anderson die höchst skurrile Chronik einer ungewöhnlichen New Yorker Familie. Die Tenenbaums, das sind fünf faszinierende und doch höchst traurige Wesen. Die drei Kinder sind hoch begabt und schon knapp nach der Einschulung ernsthafte Erwachsene. Chas etwa hatte schon früh sein Talent für Immobilienhandel entdeckt. Richie, ein Tennis-As, gewann als jüngster Champion gleich drei Mal in Folge die nationalen Meisterschaften. Margot schließlich ist bereits als Kind eine gefeierte Dramatikerin. Royal Tenenbaum, das egozentrisch-skrupellose Familienoberhaupt, ist indessen ein genialer Taugenichts. Um seine Kinder und Ehefrau Etheline kümmert er sich jahrelang nicht. Bis er eines Tages - unter Vorspiegelung einer vermeintlich tödlichen Krankheit - wieder zu seiner Familie zurückkehren will. Die Freude über die unerwartete Rückkehr hält sich jedoch bei sämtlichen Familienmitgliedern, deren Genialität und Erfolg inzwischen sich in veritable Lebenskrisen verwandelt hat, in Grenzen. Dennoch bringt Royals Auftauchen so manches in Bewegung.
Wes Anderson erzählt die Geschichte der Royal Tennenbaums gleichsam als literarische Familienchronik. Die Schönheit und Komik dieses so skurril wie melancholischen Films liegt im liebevoll arrangierten Detail. Beeindruckend ist auch das Staraufgebot des Films: Neben Gwyneth Paltrow, die hier einen Film lang die Kunst des melancholischen Blicks zelebriert, und dem wunderbar komischen Ben Stiller wird der Film vor allem vom komödiantischen Schauspiel Gene Hackmans getragen. Musikalisch untermalt wird das Ganze schließlich von einem exzellenten Soundtrack.
Jan Distelmeyer schrieb in DIE ZEIT: "Ein Buch nimmt uns so gefangen, dass wir den Spieß umdrehen und es ganz und gar zum eigenen erklären. Dies hier ist nur meines, in ihm steckt mehr Heimat als in jedem Ort. Dieses Buch kann auch eine Platte oder ein Film sein, und Wes Andersons THE ROYAL TENENBAUMS ist ein solcher Film."

Der Film lief zuletzt am 30.05.2002.

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