MEMENTO
USA 2001; Regie: Christopher Nolan; Drehbuch: Christopher Nolan; Kamera: Wally Pfister; Schauspieler: Guy Pearce, Carrie-Anne Moss, Joe Pantoliano; Produzent: Suzanne Todd, Jennifer Todd; Musik: David Julyan; 117 Min., 35mm; Farbe; 117 min; DF Ohne Altersbeschränkung
Leonard Shelby sieht aus wie ein erfolgreicher Geschäftsmann, lebt aber in billigen anonymen Motels und seine einzige Beschäftigung ist das Streben nach Rache: Rache an dem Vergewaltiger und Mörder seiner Frau. Beim Versuch, sie zu beschützen, erleidet Leonard eine Hirnverletzung und kann sich seitdem nur noch an die Ereignisse der letzten fünf Minuten und an sein früheres Leben erinnern. Er versucht die Abläufe seines Lebens mit Karteikarten, Polaroids und Tätowierungen festzuhalten. Aber er ist auf die Hilfe Fremder angewiesen, auch wenn er unfähig ist ihre Motive zu durchschauen. Welches Interesse haben also der Polizist Teddy und die undurchsichtige Natalie ihm bei der Aufklärung des Mordes zu helfen?
Regisseur Christopher Nolan inszenierte mit MEMENTO einen außergewöhnlichen und intelligenten Thriller. Mit einer trickreichen Erzähltechnik läßt der Regisseur die ZuschauerInnen in diese Welt der kurzen Erinnerungsphasen des Protagonisten eintauchen. Aus seiner Perspektive erlebt man die unvorhergesehenen Wendungen und realisiert bald, dass nichts so ist, wie es scheint. Der brilliant durchkonzipierte Plot ist meisterhaft geschnitten und ergibt schließlich ein Ganzes, das jedoch nach vielen Seiten hin offen bleibt. MEMENTO demonstriert eindrucksvoll, mit welchen filmischen Mitteln im Kino Zusammenhänge zu schaffen sind. Nolan und sein Cutter Dody Dorn beweisen hier ihre Meisterschaft im Umgang mit der Erzählzeit. Wegen dieser genuin cineastischen Qualität wird man sich auch in Zukunft noch an MEMENTO erinnern.
Der Film lief zuletzt am 24.03.2003.
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