AMORES PERROS
Mexiko 2000; Regie: Alejandro González Inárritu; Drehbuch: Guillermo Arriaga; Kamera: Rodrigo Prieto; Schauspieler: Emilio Echevarría, Gael García Bernal, Goya Toledo, Álvaro Guerrero, Vanessa Bauche, Jorge Salinas, Marco Pérez, Rodrigo Murray, Humberto Busto, Gerardo Campbell; Produzent: Alejandro González Inárritu; Musik: Titan, Julieta Venegas; 147 Min., spanische OmU FSK 16
Liebe ist Verrat, Angst, Hoffnung, Sehnsucht, Einsamkeit, Scheiße. AMORES PERROS von Alejandro Iñárritu ist die mutigste, aufwühlendste mexikanische Produktion seit Jahrzehnten, ein emotionsgeladener Film über eine der pulsierenden Wunden im Leben, die Liebe - das Begehren -, und eine des Landes, Mexiko Stadt. Seit der Wirtschaftskrise 1994 hat sich zu den üblichen schlecht bezahlten Jobs in der 25-Millionen-Stadt unaufhaltsam Alltagskriminalität als einträgliche Nebenbeschäftigung gesellt, die vor keinem Lebensbereich und keiner Gesellschaftsschicht halt macht. Innerhalb von Sekunden kann sich ein Lebenslauf um 180 Grad drehen. Oder vorbei sein. Dieses Drama ist der Quell, aus dem Regisseur Alejandro Iñárritu sein mitreißendes, innovatives Kino kreiert. Die Melange aus Schönem und Schrecklichen macht auch das Leben der Menschen in den drei Handlungssträngen aus. Um es in all seinen Facetten zu zeigen, bedient sich Iñárritu eines Kunstgriffes. Aus der Erfahrung heraus, dass viele Zuschauer bedenkenlos zusehen können, wie ihre Artgenossen sich auf der Leinwand zerfleischen, aber umso entsetzter sind, wenn Tiere terrorisiert werden, reflektiert er die menschlichen Zustände seiner Charaktere im Schicksal ihrer Hunde. Die Beiläufigkeit, mit der Octavios Hund zum erfolgreichen Killerhund aufsteigt, spiegelt sich auch im Leben seines Besitzers, einem jungen Mann aus ärmlichen Verhältnissen. Mit illegalen Hundekämpfen versucht er, Geld für die Verwirklichung seines Traumes zu beschaffen: Gemeinsam mit seiner Schwägerin das trostlose Zuhause hinter sich lassen. Bizarr das Unglück, das dem reichen Supermodel Valeria und ihrem Schoßhündchen widerfährt. Während ihr Traum von Karriere bei einem Autounfall unwiederbringlich zerstört wird, verschwindet ihr Fiffi in den dunklen Tiefen eines Lochs im Parkettboden. Valeria und ihr Liebhaber, der kurz vor dem Unfall Frau und Kinder fürs vermeintliche Glück verlassen hatte, drohen allmählich über den nächtlichen Klagelaute des Hundes verrückt zu werden. Streunend gehen der Obdachlose ‚El Chivo' und sein Rudel wilder Hunde durchs Leben. Früher führte er ein gesichertes Leben als Professor, brach abrupt mit seinem bisherigen Leben, schloss sich einer Guerillabewegung an, lebte mehr und mehr im Untergrund und landete schließlich im Gefängnis. Seit seiner Entlassung kümmert er sich nur noch um herrenlose Hunde und führt Auftragsmorde für einen korrupten Polizisten aus. Bis eine Todesanzeige ihn wieder in die Vergangenheit zieht. Mit dem traumwandlerischen Geschick eines geborenen Filmemachers treibt Iñárritu die drei parallel laufenden Geschichten voran. Vom Ausgangspunkt des Unfalls, in den alle Protagonisten verwickelt sind, schwärmt der Film gleichermaßen in Vergangenheit und Zukunft aus. Dabei schickt er die Zuschauer in ein ständiges Wechselbad der Gefühle: Anrührendes und Abstoßendes, Absurdes und Alltägliches, nackte Brutalität und zarte Poesie. Der Film erhielt bei seiner Premiere in Cannes den "Großen Preis" der Semaine de la Critique 2000 und wurde als"Bester ausländischer Film 2001" für den OSCAR nominiert und von den New York Times als "der erste Klassiker des 21. Jahrhunderts." tituliert. www.amoresperros.com
Der Film lief zuletzt am 04.02.2007.
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