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JE RENTRE A LA MAISONJE RENTRE A LA MAISON / VOU PARA CASAFrankreich/Portugal 2001; Regie: Manoel de Oliveira; Drehbuch: Manoel de Oliveira; Kamera: Sabine Lancelin; Schauspieler: Michelle Piccoli, Catherine Deneuve, John Malkovich, Antoine Chappey, Isabelle Ruth; Produzent: Paulo Branco; 86 Min., franz.OmU
Bei kaum einem Filmemacher trifft der Begriff "Alterswerk" mehr zu als bei Meisterregisseur Manoel de Oliveira: Seinen 93. Geburtstag feierte der Portugiese letzten Dezember. JE RENTRE A LA MAISON ist sein 21. Spielfilm, und es ist einer seiner zugänglichsten und schönsten. Oliveiras Held und Alter ego ist der von Michel Piccoli (selbst 75 Jahre alt) gespielte Pariser Theaterschauspieler Gilbert Vance, ein betagter Mime, ein Nestor der Bühne, der die großen Rollen seines Metiers drauf hat wie kaum ein anderer. Mit einer extrem langen Sequenz aus den Schlussszenen von Ionescos Theaterstück "Der König stirbt" beginnt JE RENTRE A LA MAISON - und gibt hierbei den Rhythmus des Films vor. Zugleich macht er deutlich, dass es die Worte und das Schauspiel sind, auf die es ihm im Kino ankommt. Nach der Vorstellung erwartet den Schauspieler die Nachricht, dass seine Frau, seine Tochter und sein Schwiegersohn bei einem Autounfall ums Leben gekommen sind. Nur sein Enkel, der achtjährige Serge, und seine Haushälterin sind ihm geblieben. Danach sieht man ihn im Café, lesend, flanierend, beim Einkauf: Ein alter Mann vertreibt (sich) seine Zeit, die er nun im Überfluß hat. Dass ihn sein Agent mit einer blutjungen Kollegin verkuppeln will und ihm eine Rolle in einer idiotischen Fernsehserie anbietet, kann er selbstbewusst abwehren. Aber als das Angebot lockt, in einer Ulysses-Verfilmung mitzutun, gibt er der Versuchung nach - und sich damit der Trauer und Erschöpfung preis, die er so lange hatte überspielen können. Der Film lief zuletzt am 11.04.2002. Links |
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