VOLLGAS

Österreich 2002; Regie: Sabine Derflinger; Drehbuch: Sabine Derflinger, Maria Scheibelhofer; Kamera: Bernhard Pötscher; Schauspieler: Henriette Heinze, Philomena Wolflingseder, Carmen Gratl, Sibylle Gogg, Simon Schwarz; Produzent: Michael Seeber, Heinz Stussak; Musik: Johannes Konecny; 96 Min., deutsche OF)
Ohne Altersbeschränkung

Evi, eine Frau Mitte zwanzig, arbeitet in einem Wintersportort als Kellnerin. Abends, wenn sie Bardienst hat, kümmert sich ihre Schwester um ihre kleine Tochter Paula. Die Freiräume, die ihr zwischen anstrengendem Beruf und Mutterrolle bleiben, sind spärlich: Tagesdienst im Restaurant des großen Hotels, am Nachmittag Bierauschank gleich neben dem Skilift, am Abend Barbetrieb in der Diskothek "Abfahrt". Das permanente High ist Programm und touristische Verordnung: In der durchorganisierten Spaßgesellschaft des Fremdenverkehrs haben alle permanent gut drauf sein. "Immer am Limit, immer mit Vollgas" stürzt sich Evi nach Dienstschluß ins Vergnügen. Durch die Dorfdiscos tanzend und mit ausreichend Alkohol im Blut fühlt sie sich unendlich gut und frei. Evi treibt die Exzesse jedoch zu weit. Als sogar ihre Tochter das Vertrauen in sie verliert, muss sie erkennen, dass ihr die Kontrolle über ihr Leben entglitten ist. Wie von unsichtbarer Hand getrieben steuert sie schließlich auf eine Katastrophe zu.
Die österreichische Regisseurin Sabine Derflinger, die sich bislang in erster Linie mit Dokumentarfilmen einen Namen gemacht hat (THE ROUNDER GIRLS, ACHTUNG STAATSGRENZE), entwirft in ihrem ersten Spielfilm mit der analytischen Neugier der versierten Dokumentaristin das Porträt einer jungen Frau voller Lebenshunger, ihren Beziehungen und dem Grenzgang in einer ‚Vollgas'-Gesellschaft. Die Kamera erzählt die Fallgeschichte mit einer verblüffenden Einfachheit. Sie ist immer ganz nah an der Hauptdarstellerin, sucht auf ihrem schönen, klaren Gesicht die Spuren der Grenz-
überschreitungen. Die Max-Ophüls-Preisträgerin Henriette Heinze spielt diese junge Frau mit großer Intensität. Sabine Derflinger, die - offensichtlich - eine Vorliebe für den direkten Zugriff auf Alltagserfahrungen in den französischen Filmen der neueren realistischen Welle hat, meint: "Es geht mir um eine Art von Direktheit" und: "Ich verspüre Leidenschaft beim Betrachten von Filmen!". Beides überträgt sich in VOLLGAS auf den Zuseher - die Direktheit und die Leidenschaft!
www.vollgas-derfilm.at

Der Film lief zuletzt am 11.04.2002.

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