AUDITION

Japan 1999; Regie: Takashi Miike; Drehbuch: Daisuke Tengan; Kamera: Hideo Yamamoto; Schauspieler: Eihi Shiina, Ryo Ishibashi, Myuki Matsuda; Musik: Koji Endo; 115 Min., japan. OmU
FSK 18

Sieben Jahre nach dem Tod seiner Frau beschließt der Geschäftsmann Aoyama eine neue Frau zu suchen. Sein engster Freund, ein TV-Produzent, ist ihm behilflich und veranstaltet - unter dem Vorwand die weibliche Hauptrolle einer geplanten Fernsehserie besetzen zu wollen - ein Vorsprechen attraktiver Kandidatinnen. Aoyamas Wahl fällt auf die junge, geheimnisvolle Asami. Die prickelnde Allmacht, die Aoyama noch bei der Auswahl der fragil erscheinenden Frau verspürt, verwandelt sich in der Folge jedoch bald in Verstörung und Ohnmacht. Und hinter einer vermeintlichen Romanze öffnen sich plötzlich die Abgründe eines Thrillers, bei welchem Eros und Massaker, Melodram und Terror aufeinander treffen.
Mit AUDITION präsentiert der japanische Regisseur Takashi Miike, der bereits über 30 Filme in den unterschiedlichsten Genres inszeniert hat, sein bis dato schönstes, aber auch verstörendstes Werk. Von feministischen Interpretationen bis hin zu Huldigungen als Meisterwerk des Horrorfilms reicht die Bandbreite der Kritiken. Der experimentierfreudige Regisseur liebt es, den Zuseher zu verunsichern. Gekonnt spielt er mit Genreregeln und narrativen Strukturen - und türmt hierbei Angst auf Lust auf Gewalt auf Sehnsucht auf Panik auf Hingabe. Vor allem in der zweiten Hälfte macht er AUDITION zu einem Montage-Meisterwerk, wie es sich Wong Kar-wai nicht traumwandlerischer und David Lynch nicht wahnhafter vorstellen könnte. AUDITION ist ein faszinierender und zugleich schockierender Essay über Lust und Verlust, Schönheit und Schmerz - und ein Höhepunkt des aktuellen asiatischen Kinos.

Der Film lief zuletzt am 21.02.2002.

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