REQUIEM FOR A DREAM
USA 2000; Regie: Darren Aronofsky; Drehbuch: Hubert Selby Jr., Darren Aronofsky, nach dem gleichnamigen Roman;; Kamera: Matthew Libatique; Schauspieler: Ellen Burstyn, Jared Leto, Jennifer Connelly, Marlon Wayans; Musik: Clint Mansell; 101 Min., engl.OmU FSK 18
Bereits mit seinem Erstlingswerk PI hat der amerikanische Regisseur Darren Aronofsky Aufsehen erregt, doch die wahrlich berauschende Verfilmung des Kultbuches "Requiem for a dream" von Hubert Selby Jr. stellt vieles bisher Dagewesenes weit in den Schatten: REQUIEM FOR A DREAM geht unter die Haut. New York in den 70er Jahren, lange vor der Giuliani- und Yuppie-Ära, eine halbverfallene Metropole, eine Großstadt voller Lügen und Süchte. In dieser Totenlandschaft haust Harry Goldfarb, ein "twenty-something", der seine Mutter höchstens dann besucht, wenn er ihren Fernseher beim Pfandleiher verhökern will. Gemeinsam mit seiner Freundin Marion und seinem farbigen Kumpel Tyrone arbeiten sie im Drogengeschäft und sind selbst die besten Kunden. Als das Dope immer knapper und teurer wird, greifen sie zu immer gefährlicheren Beschaffungsaktionen. Zwischen diesen Drogendramen klafft eine andere, nicht minder bizarre Sucht: Harrys Mutter Sara (Hollywood-Legende Ellen Burstyn wurde für diese Rolle für den Oscar als beste Hauptdarstellerin nominiert) verbringt ihre Tage einsam vor dem Fernsehgerät und wünscht sich einmal Kandidatin in einer Spielshow zu sein. Als eine schleimige Telefonstimme ihr eines Tages eine solche Chance verheißt, fällt Sara prompt auf diese Werbeaktion herein und hungert sich mit Diätpillen buchstäblich um den Verstand. Wie verschieden die Träume, Visionen, Sehnsüchte dieser vier Menschen auch sind - in einer korrupten, zynisch gewordenen Welt enden sie alle in den Sackgassen der Abhängigkeit, der Krankenhäuser, des Todes. Die Erzählweise des Romans von Hubert Selby Jr., der laut Newsweek an "Dante und William Blake, das heißt, an jene Schriftsteller, die imstande sind, die Hölle als Realität und ihre Bewohner als Ebenbilder unserer selbst darzustellen" erinnere, wurde weitgehend beibehalten. Unter Mitwirkung des Autors - der selber in einer Nebenrolle als Gefängniswärter zu sehen ist - wurde sie in ein furioses Stakkato aus Sound-collage und Bildmontage übertragen. Aronofsky, in den 80er Jahren in Brooklyn aufgewachsen, bezeichnet die Schnitt-Technik als Hip Hop-Montage: "Es gab zwar jede Menge Hip-Hop-Kunst, Graffities, Rap oder Tanz, aber praktisch keine Filme, die Hip Hop-Techniken benutzt hätten um eine Geschichte zu erzählen - genau das haben wir in diesem Film nachzuholen versucht." "Aronofsky zeigt den Rausch der künstlichen Welten zwischen Fernbedienung und Spritzbesteck als visuellen Exzess. Ein rasendes Requiem auf die Illusionen der Konsumgesellschaft, ins Finale gegeigt vom Cronos Quartett." (zoom) www.einhorn-film.at
Der Film lief zuletzt am 30.01.2002.
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