UNTER DEM SAND
SOUS LE SABLE
Frankreich 2000; Regie: Francois Ozon; Drehbuch: Francois Ozon, Emmanuelle Bernheim, Marina de Van, Marcia Romano; Kamera: Antoine Herberle, Jeanne Lapoirie; Schauspieler: Charlotte Rampling, Bruno Cremer, Jacques Nolot, Alexandra Stewart, Pierre Vernier, Andrée Tainsy, Maya Gaugler; Produzent: Olivier Delbosc, Marc Missonnier; Musik: Philippe Rombi; 95 Min., franz. OmU Ohne Altersbeschränkung
Mit seiner frechen, originellen Komödie SITCOM gelang dem Franzosen François Ozon ein spektakulärer Welterfolg. Seinen Ruf als Regisseur festigte er u.a. mit der Fassbinder-Verfilmung TROPFEN AUF HEISSE STEINE. Er gehört zu den jungen "Wilden" des französischen Kinos, die scheinbar nahtlos Tradition und Innovation verbinden und sich respektlos über Tabus und Grenzen hinwegsetzen. Inspirieren ließ sich Ozon durch ein Ereignis aus seiner Kindheit: "Ich war damals neun oder zehn Jahre alt und verbrachte mit meinen Eltern den Sommerurlaub am Meer. Am Strand begegneten wir tagtäglich einem holländischen Ehepaar so um die 60, bis eines Tages der Mann zum Baden ins Wasser ging und nicht mehr zurückkehrte. (...) Es war ein Ereignis, das mich und meine Geschwister zutiefst schockierte. (...) Das Bild aber von dieser Frau, die mit dem Gepäck ihres Mannes alleine zurück nach Hause fährt, hat mich nie losgelassen. Oft stellte ich mir die Frage: Wie ist es danach wohl weitergegangen?" Mögliche Varianten entwickelte Ozon nun zu dieser Erinnerung: Jahr für Jahr verbringen Marie und Jean ihren Urlaub gemeinsam an der südfranzösischen Atlantikküste. Doch diesmal verschwindet Jean plötzlich, während Marie am Strand schläft. Ist er ertrunken? Ist er geflohen? Allein gelassen steht Marie nun vor dem Rätsel, wie das Verschwinden ihres Mannes zu erklären sei. In ihrer Vorstellung lebt er nach wie vor mit ihr, die Grenzen zwischen Traum, Wirklichkeit und Wunsch verschwinden allmählich. Nichts kann ihr Bild einer perfekten Harmonie zerstören, weder die Entdeckung, dass Jean unter Depressionen litt und starke Medikamente nehmen musste, noch die Zweifel und Vorwürfe von Jeans Mutter oder Versuche der Freunde, Marie dazu zu bringen, der Wirklichkeit ins Auge zu sehen. Selbst als sie mit Vincent (Jacques Nolot), der sie seit langem verehrt, eine sexuelle Beziehung eingeht, bleibt der verschwundene Jean für sie das Maß aller Dinge. Da wird plötzlich eine bereits bis zur Unkenntlichkeit verweste Leiche gefunden: Marie weigert sich, den Toten als ihren Ehemann zu identifizieren. . . SOUS LE SABLE ist ein feinfühliges poetisches Meisterwerk, eine poetische Studie über die Unvergänglichkeit der Liebe, über Trauer, Verleugnung, Lebenslüge und Hoffnung mit der großartigen Schauspielerin Charlotte Rampling in der Hauptrolle. http://polyfilm.verleih.at/
Der Film lief zuletzt am 18.01.2002.
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